Dropkick Murphys - The Meanest of Times

Dropkick Murphys - The Meanest of Times

Endlich! Endlich der lange erwartete neue Longplayer der 7 Jungs aus Boston. Nach gefühlten 700 Monaten zwischen Ankündigung von "The Meanest of Times" und der Veröffentlichung am 21. September und den immerhin schon wieder 2 1/4 Jahren seit "Warrior's Code" ist das neue Album endlich in meinem CD-Player.

Gut, ich muss zugeben, dass seit der Veröffentlichung großer Teile des Albums auf dem Myspace der Jungs ich eigentlich nur noch diesen Player an hatte, es fehlten ja aber doch vier Titel. Naja, genug der Vorrede, wollen wir uns dem "Fiesesten", hoffentlich nicht "Ärmlichsten" von allen mal widmen...

Alles begint mit dem Schrillen einer Schulglocke und Kindern, dann geht's richtig los mit den "tales about family, loyalty and remembering where you come from". Und wie's los geht. "Famous for nothing" ist ein super ausgefeilter Kracher, der zwar über genügend Härte verfügt, am Ende aber auch genug Potenzial zum Mitsingen entwickelt. Weiter geht's in genau dem Tempo. Keine Zeit zu Verschnaufen. "God Willing" rockt genau so, wie sein Vorgänger und wird von einem sehr gelungenen "State of Massachusetts" gefolgt

Der erste Hammer: "Tomorrows's Industry"

Nach drei Songs, die jede Party in Schwung bringen kommt mein erster absolute Hammer dieser Platte. "Tomorrow's Industry" hat alles, was ein guter Murphy haben muss. Die entsprechende Härte, ein geile Workig-Class-Attitude, nen sozial-kritischen Text und dazu noch einen geilen Sound. Besonders hervorzuheben die geil klingende, in den Topf gehauene Snare im Chorus. Nebenbei erwähnt, Matt Kelly ist der Hammer auf dieser Platte, dauernd pumpende und nach Vorne treibende Drums. Einfach nur top!.

Gefolgt wird dieser Kracher von drei weiteren Krachern. "Echoes on 'A'. Street", dem vielleicht sentimental schönstem Murphys-Song seit "Forever". Manchmal ist so ein wenig Schnulzigkeit schon nett... vor allem, wenn sie in solche Musik verpackt ist. (Ich mag's jedenfalls.) Danach mit "Vices abd Virtues" ein Lied über den Tod von vier Brüdern, das mal wieder ne schöne Hook zum mitsingen liefter. Ich sag nur. "One for the whiskey, one for the war...". Auch das folgende "Surrender" geht gut nach vorne und wird auf Konzerten Gefallen finden, sowie Grund für das ein oder andere Mosh-Pit sein.

Lang erwartet: (F)lannigan's Ball, der erste Traditional

Im Anschluss dann der erste Traditional der Platte. (F)lannigan's Ball wurde zusammen mit Spider Stacey (Pogues) und Ronnie Drew (Dubliners) eingespielt und vereint somit drei Generationen irisch geprägter Musik. An Härte und Geschwindigkeit steht er "Rocky Road to Dublin" in nichts nach. Auch die beiden anderen Traditionals, "Fairmount Hill" und "Johnny, I hardly knew ya" finde ich sehr gelungen, da sie nicht einer gewissen Härte entbehren.

Im hinteren Teil der Platte finden sich dann noch weitere grundsolide Murphys-Songs, die denen im vorderen Teil an Härte und Party-Tauglichkeit in nichts nachstehen. Hervorzuheben sind hier noch einmal "Loyal to no one" und "Rude Awakenings", letzteres vor allem durch seinen Wandel vom ruhigen, fast schon pompösen Anfang zu durchaus harten Ende hin.

Wie aus einem Guss

Was lässt sich also abschließend sagen? Auf mich wirkt das Album wesentlich ausgegorener als sein Vorgänger. Hier ist wirklich zu merken, dass die Murphys nach mittlerweile 11 Jahren im Business und dem eigenen Label "Born and Bred" es nicht mehr nötig haben zwischen verschiedenen Stilen zu wechseln. Die Platte klingt wie aus einem Guss, ein Lied passt zum nächsten und hat diesen wundervollen Stil einer Melange aus Punk, Hardcore und Irish Folk. Darauf ein Guiness! Auch die Texte sind meines Erachtens reifer geworden, was sich in so ziemlich alle Songs wiederspiegelt, wobei nicht mehr so viele Mitgröl-Songs dabei sind, wie zum Beispiel auf "Blackout". Trotzdem haben die Dropkicks nichts von ihrer Partytauglichkeit verloren und es ist wie immer ein Riesenspaß diese Platte, egal wo und egal wie häufig, zu hören! Daher: Sofort kaufen und Spaß haben!

Autor: Jöran Kuschel

Konzert-Tip der Redaktion: