Dropkick Murphys - Going Out In Style

Dropkick Murphys - Going Out In Style

Ja, eigentlich ist nun wirklich alles zum Thema gesagt. Kaum eine Band der Szene dürfte in den letzten Jahren einen solchen Aufstieg hingelegt haben, wie diese Jungs aus Boston und, was soll man sagen: Vollkommen zu Recht. Doch wer sich in den Liner Notes mit AC/DC auf eine Stufe stellt, ...

... der muss trotz allem erst einmal zeigen, dass er Eier hat! Naja, was soll ich schreiben? Der Versuch ist mit "Going Out In Style" sehr großartig gelungen. Zwar bin ich bei Konzeptalben immer ein wenig skeptisch - und unter diesem Motto läuft die Scheibe ja nunmal - und außerdem war nach der ersten Begeisterung für den Vorgänger "The Meanest Of Times" doch recht schnell der Griff zu den alten Platten auffällig geworden, doch diese Platte reißt richtig rein.

Nach dem wunderbar martialischen Drum-Intro zu "Hang 'Em High" gibt es von da an erstmal richtig auf die Fresse. Bei "Going Out In Style", welches die Partystimmung zum ersten Mal aufkochen lässt, hört man noch dazu einen alten Bekannten, kommt doch mit Fat Mike die erste Legende des Business zu Wort. In ähnlichem Tempo geht es dann mit "The Hardest Mile" weiter, sehr feiner Song, der mich irgendwie an oder ältere Murphys erinnert. Das auch eher langsame Stücke, wie eigentlich immer, zur perfekten Spielwiese der Murphys gehören, beiweisen die Herren mit "Cruel". Definitiver Schunkel- und Mitsing-Faktor. Wundervoll, für mich einer der besten Songs der Platte.

Das folgende, und wieder schneller werdende "Memorial Day" zählt ebenso zu den besten Stücke des Albums, wie "Broken Hymns" und das wundevolle "1953", das mich irgendwie an ein Glockenspiel erinnert, weiß auch nicht warum. Beim nochmaligen Lesen dieser Zeilen wird mir bewusst, dass ich persönlich erst einmal von den langsameren, melodischeren Stücken beeindruckt bin. Werd ich wirklich langsam alt???

Vielleicht liegt es auch daran, dass bei diesen Songs ganz besonders deutlich wird, welchen musikalischen Sprung die Band gemacht hat. So ausgewogen, wie bei allen Stücken auf "Going Out In Style" haben die Murphys meines Erachtens noch nie geklungen. Endlich gibt es wieder mehr Raum für Dudelsack, Flöte, Mandoline und Co. was zu einem unvergleichlichen Sound führt. Sehr schön sieht man das auch, beim etwas rauher produzierten "Take 'Em Down", welches insgesamt auch ein sehr feiner Sing-Along geworden ist.

Für Freunde des etwas härteren Musikgutes sein dann auch "Sunday Hardcore Matinee" empfohlen, auf dem in typisch Murphy-melodischer Weise alte Hardcore-Helden a la Bad Brains abgefeiert werden. Nach dem, wie bereits erwähnt, hervorragenden "1953", gibt es ein schönes Schmankerl mit "Peg O' My Heart". Feines Tempo und ein Boss-Feature, ja, ehrlich The Boss Springsteen auf ner Murphys-Platte. Granate! Danach noch "The Irish Rover" für die Traditional-Fraktion, welches seltsamerweise noch nie von den Murphys gecovert wurde, wenn ich mich nicht irre?! Lustig, dass es auf einer Platte passiert, die wirklich eine sehr runde und vor allem eigenständige Scheibe ist.

Fazit? Nee, muss reichen. Was vergessen? Ach ja, kaufen ist Pflicht!

Autor: Jöran Kuschel

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