Red City Radio - The Dangers Of Standing Still

Red City Radio - The Dangers Of Standing Still

Als Red City Radio "The Dangers Of Standing Still" im Frühjahr in den USA heraus brachten, waren interessierte Blogs schon sehr begeistert und bedachten das Album mit großen Vorschusslorbeeren, so dass man auf den Release hierzulande gespannt sein durfte. Gut, dass Gunner Records das eventuell beste Punkrock-Album des Jahres nun hier raus bringt.

Ja, ich weiß, die abschließende Bewertung der Platte schon im Teaser zu schreiben ist ziemlich dämlich, dann ließt ja keiner mehr weiter, bei "The Dangers Of Standing Still" kann ich mir das aber ncicht verkneifen. Das was man hier hört ist für mich definitiv das Beste, was ich im Bereich Punk in diesem Jahr auf die Ohren bekommen habe. Punkt!

Bereits ab dem "Intro of Sorts", welches recht langesam beginnt, geht es mit "The Benefits Of Motion" direkt in die vollen. Un so steigert man sich immer weiter, bis man mit "50th & Western", was dem ein oder anderen ja schon vom Paper & Plastic Winter Sampler bekannt sein sollte, eine Phase der absoluten Genialität erreicht. Alleine dieser Song mit seinem gebrüllten "This system isn't designed for us" rockt so dermaßen mit Tempowechseln, großartigen Chören und Backingvocals, dass er einfach ein Hammer ist. Und genau so geht es weiter.

Ich weiß gar nicht, welche Songs ich noch alle als Anspieltipps vorstellen soll? "I'm Well, You're Poison", diese gnadenlos ballernde Punknummer? Oder "Capitoned For The Hearing Impaired"? Das wäre gegenüber den folgenden "This Days Seen Better Bars", "Drinking Ourselves Into The Future" und "Talk Me to Sleep" unfair. Anhand dieser sechs Nummern zeigt sich die Größe der Platte: Absolut stimmiger Einsatz der einzelnen Bandmitglieder, Tempowechsel auf hohem Geschwindigkeitsniveau, grandiose Ausgewogenheit der Stimmen. Geniales Album, geniale Musiker, die noch dazu auch sehr schöne Texte schreiben; das sollte man bei aller Euphorie über die Musik auch nicht unter den Tisch fallen lassen!

Eine besondere Erwähnung muss hier auch einmal eine im Punkrock sonst eher vernachlässigte Musikergruppe erhalten: Drummer Dallas Tidwell liefert hier einen ganz ganz hervorragenden Job an. Treibendes Spiel, unvorhergesehene Breaks, Tempowechsel, die die Songs prägen, ab und zu mal der bewährte Lauf über die Toms. Das ist ganz großes Kino und für mich ein zentrales Element, welches die Platte so großartig macht.

Naja, das Fazit hab ich ja oben schon vorweg genommen. Die vier Jungs aus Oklahoma hauen ein Album raus, was diese Jahr sehr, sehr schwer zu toppen sein wird. Wer's nicht hat, hat keine Ahnung!

Autor: Jöran Kuschel

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