Red City Radio - Titles

Red City Radio - Titles

Vor ungefähr 1 1/2 Jahren namen mit ihrem Full-Length-Debut The Dangers Of Standing Still Ohren, Herzen und Bühnen im Sturm. Die Platte war eins der Highlights des Jahres 2011 und spielte in einigen Listen weit oben um den Titel Platte des Jahres mit. Mit Titles veröffentlichen die 4 Jungs aus Oklahoma City nun einen beachtlichen Nachfolger.

Gegen Ende des vorab veröffentlichten "Show Me On The Doll Where The Music Touched You" - definitiv ganz weit oben auf der Liste der coolsten Songnamen ever - singt Garrett Dale "I'm fucking unstoppable! I am a fucking juggernaut!", eine große Aussage und ein guter Ausblick auf "Titles", denn im Nachklang muss man sagen, dass der Mann einfach recht hat.

"Titles" ist ein verdammt großartige Album geworden, auf dem jeder der 10 Tracks einfach nur klasse ist und mit vollster Berechtigung auf der Scheibe erschienen ist. Fast scheint es so, als wäre es unter der Würde der Band, auch nur eine Sekunde einer Platte mit Füllmaterial zu verschwenden.

Die Klasse beginnt mit der Single "Two Notes Shy Of An Octave", mit ihrem schönen, Red City Radio typischen Stakkato-Gesang im Chorus und endet erst bei "The Silence Between". Dazwischen ist eigentlich nur großartiger Punkrock zu finden, der vor allem auch von dieser grandiosen Mehrstimmigkeit profitiert, die eine Band, in der vier ehemalige Sänger zusammen spielen, eben bieten kann. Wer nicht versteht, was ich meine schaut sich am besten mal die "Bathroom Tapes"-Aufnahme von No One Believes In Moons & Goochers an. Zwar ein alter Song, aber großartig.

Thematisch arbeite man sich auf "Titles" stark an persönlichen und beziehungsbezogenen Themen ab, was aber nie cheesy wirkt. Absolute Highlights des Albums sind für mich hierbei Paul Pendleys "Purple Heart Paper Weight", ein Song über seinen verstorbenen Großvater, sowie "Don’t Be Hero, Find A Friend". An diesen beiden Stücken erkennt man zusätzlich noch einmal, welche Qualitäten in Red City Radio schlummern, das Wechselspiel der Stimmen von Garrett Dale und Paul Pendley ist wirklich große Klasse.

Weiterhin ist es einfach genial, den bereits auf einer Split-7'' mit The Gamits erschienenen Track "We Know Who We Are" noch einmal aufzunehmen und mit auf die Platte zu packen. Der Song wäre ansonsten nie zu der Aufmerksamkeit gekommen, die er definitiv verdient.

Was bleibt also noch zu sagen? Dass diese Band auf einem Weg ist, auf dem sie schwer zu stoppen sein wird? Dass sie momentan eine der besten Punkbands der Welt sind? Vielleicht ist das ein wenig hoch gegriffen, aber Red City Radio sind zumindest in der Nähe davon. Um noch einmal auf "Show Me On The Doll Where The Music Touched You" zurück zu kommen, bei dem es ebenfalls heißt "We're redefining the word impossible": Ja, das kommt an das ran, was man mit "Titles" getan hat, ein Album zu schreiben, was noch mal ein bis zwei Klassen über The Dangers Of Standing Still steht.

Autor: Jöran Kuschel

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