Jetbone - Come Out And Play

Jetbone - Come Out And Play

Da ist mir doch ein feines Scheibchen zwischen die Finger gekommen. s drittes Album „Come Out And Play“ ist seit letztem Freitag im Handel. Aller guten Dinge sind drei - um mich mal aus Mutters Phrasenkiste zu bedienen. Das Album hat es richtig in sich und macht einen Riesen-Spaß, einfach toller positiver Rock n'Roll.

Es ist zwar selten, aber ab und zu sticht dann doch mal wieder eine Band aus dem Musik-Einerlei heraus. So erging es mir, als ich die neu Jetbone morgens im Halbschlaf ins Autoradio schob. Was für ein geiles Scheibchen. Gleich der Opener und Titelsong „Come Out And Play“ lässt mich wach werden. Puls und Blutdruck steigen und der erste Dopamin-Stoß des Tages lässt mich die viel zu kurze Nacht vergessen.

Ich bin ja kein Freund von Schubladen oder extensive Bandvergleichen, aber wenn Zeppelin oder die Stones sich heute nicht so fett auf ihren Lorbeeren bzw. Tantieme ausruhen würden, das wäre die Musik, die sie heute machen müssten. Nicht oll und altbacken sondern modern mit ordentlich Saft aus den Amps.

Als einer der heißesten Live-Bands Schwedens (wieder mal aus Schweden) haben sich die Fünf einen solchen Namen erspielt, dass sie „Come Out And Play“ jetzt bei BMG - zum ersten Mal einem Major Label - veröffentlichen konnten. Nach eigenen Angaben hat die Band 2017 über 200 Gigs gespielt und nebenbei dieses Album aufgenommen.

Der Titel des zweiten Songs „Are You Ready?“ sollte in diesem Moment wohl eher rhetorisch zu bewerten sein. Spätestens jetzt sollte die Tanzeslust zugeschlagen haben. Weiter geht es, ein Song nach dem Anderen dröhnt und schreit freudig aus den Lautsprechern. Mal etwas rockiger, mal mit mehr groove, aber immer angelehnt an den 70ern.

Was die Schweden aber richtig gut hinbekommen: Sie kopieren nicht eine typische 70er-Jahre Kapelle, sie haben ihren eigenen Stil, sind eingängig und trotzdem absolut abwechslungsreich, haben einen hohen Wiedererkennungswert und werden nie eintönig.

Mittendrin der Song „Road In The Sky“. Ein Song, wie ein abandoned Track von Led Zeppelins IV-Album. Die Stimme kann auch einem gewissen Mr. Plant das Wasser reichen. Und, das feine Songwriting lässt einen nach den ersten 4 Songs ein wenig zur verdienten Ruhe kommen.

Nach dieser Verschnaufpause machen da weiter, wo sie nach vier Songs aufgehört haben. Funky Rock n‘Roll mit ordentlich Tempo. Unterbrochen wird der Schwung nur noch einmal durch das etwas langsamere „Not A Fool To Cry“, bevor es dann mit High Speed auf die Zielgrade geht.

Eine sehr sehr kurzweilige Platte, die da auf den Markt geschmissen haben. Dass die Band mit Gurten und Alin zwei exzellente Sänger ans Mikro stellen kann, setzt der Abwechslung quasi noch den I-Punkt oben drauf. Den Spaß, den die Band beim Schreiben und Aufnehmen hatte, bildet man sich ein, in jedem der 10 Songs zu hören. Manchmal meint man, das Album wäre im Studio live aufgenommen worden, ohne groß mit x Spuren rumzumischen. Einfach 5 Männen mit Mischer in einem Studio und „Inspelning pågår!“.

An alle Käufer und Reinhörer: Viel Spaß damit!

Tracks:

  1. Come Out And Play
  2. Are You Ready?
  3. It’s So Hard
  4. Chickadee
  5. Road In The Sky
  6. Lady
  7. Twisted Company
  8. Not A FoolTo Cry
  9. Don’t Hold Me Back
  10. Make This Song Together

Anspieltipps: eigentlich alles!

Band:

  • Gurten Sjödin – Gesang, Bass
  • Alin Riabouchkin – Gesang, Gitarre
  • Sebastian Engberg – Gitarre
  • Rasmus Fors – Keyboard
  • Albin Linder – Schlagzeug

Autor: Frank Reins

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