Star Fucking Hipsters - Until we're dead

Star Fucking Hipsters - Until we're dead

So, lob ich mir das: Man kommt aus dem Urlaub, hat den Erstling des neuen FatWreck-Signs im Briefkasten und bekommt das, was man durch die beiden vorab veröffentlichten Tracks "Until we're dead" und "Two cups of tea" schon erwartet hatte.

Aber von Anfang an. Beim Intro dachte ich zuerst, ich hätte mich vergriffen und zufällig mal wieder meine "Atari Teenage Riot"-Platten erwischt (btw: könnte ich mal wieder hören...), so sehr erinnern alleine diese 17 Sekunden an diese Band. Doch wer erwartet hätte, dass ab jetzt auch so weiter gespielt wird, hat sich geirrt. Zunächst einmal erwartet einen sehr sehr schöner, kraftvoller Punk, der mit den schon angesprochenen, beriet bekannten Tracks echte Highlights liefert.

"Until we're dead" und "Two cups of tea" bilden zusammen mit den eher balladesk gehaltenen "Empty lives" und "Only sleep" auf jeden Fall den besten Eindruck dessen ab, was die Star Fucking Hipsters auszeichnet, nämlich soliden, dreckigen Punkrock. Wobei "Two cups of tea" vor allem durch die verwendeten Klänge und den Abwechslungsreichtum heraussticht.

Dazwischen finden sich allerdings auch kleinere Ausflüge in Richtung Ska (Snitch to structure, Zombie Christ) und Crust (The path is paved). Vor allem letzteres ist nicht so mein Dingen, aber wer's mag, wird auch hier seinen Gefallen dran finden.

Textlich ist "Until we're dead" auch sehr schön straight gehalten. Politische Aussagen, die im bekannten Rahmen der Szene liegen, dazu auch sozialkritische Anklänge, wie man es kennt und als geneigter Punk-Hörer meines Erachtens auch erwartet. Ganz besonders hervorzuheben ist natürlich die Hammerstimme von Nico de Gaillo, kratzig, dreckig, verraucht. Dahinter kann sich so mancher Herr verstecken, der dies nachzuahmen versucht.

Zuletzt sei noch ein Blick auf "Death or Fight" empfohlen. Ein bitterer Text, versteckt hinter einer der schönsten Melodien der Platte. Dazu noch der Bogenschlag zurück zum Anfang des Albums. Großes Kino. Sollte man gehört haben und ist durch die Wechsel im Song auch ein weiteres, ganz besonderes Stück des Album.

Insgesamt haben die Star Fucking Hipsters hier also eine ganz schön ausgereiftes Debut abgeliefert, was man von einer "Fast-Super-Band" sicher auch erwarten kann. Einzig die häufigen Stilwechsel innerhalb der Platte stören mich ein wenig. Mehr Punkrock angereichert durch kurze Wechsel in den Stücken wäre mir lieber, so a la "Death or Fight" eben. Vielleicht findet sich das ja noch im Laufe der Zeit.

Autor: Jöran Kuschel

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