Pour Habit - Got Your Back

Pour Habit - Got Your Back

"Oho, was ist das denn Feines?", war meine Reaktion, als ich zum ersten Mal die Anfangsdrums und -akkorde von "Dead Soldier's Bay", dem Opener des neuen Pour Habit Albums "Got Your Back" hörte. Und auch nach mehrmaligem Durchhören der Platte lässt mich das Gefühl nicht los, dass es sich hierbei um ein absolutes Brett handelt.

Der angesprochenen Opener klingt zunächst ein bisschen so, wie Hatebreed früher mal klangen, ergänzt um sehr feine Gitarren-Riffs. Gut, ich gebe zu, nicht jedem mag Chuck Greens zusagen, da hatte ich am Anfang auch ein kleines Problem mit, aber spätestens mit den ersten richtigen Gesangparts beim furiosen "Heads of State" oder dem unheimlich pushenden "Greenery" sollte man sie mögen.

Was mich auch wieder überzeugt sind Backing Vocals wie beim bereits angesprochenen "Heads of State", einfach klasse. Aufgelockert wird die Scheibe durch die erste und im Grunde einzige ruhigere Nummer "Head in the Clouds", sowie die tierisch entspannten Reggae-lastigen Nummern "Party" und "Conscience Mind of Revelation". Gut, zählen wir auch "Who have given and lost" dazu, wobei ich sagen muss, dass es mich trotz der schönen Gegensätzlichkeit zwischen Strophe und Chorus nicht so richtig kickt.

Ach ja, mit "The Expert" findet sich noch ein weiteres richtiges Highlight als vorletzter Track auf der Scheibe. Das ist wirklich Melodic Hardcore wie es sich gehört. Große Klasse!

Was soll man also sagen? Mir scheint als würde sich hier jemand ganz intensiv um die Nachfolger der leider abgetretenen Good Riddance bewerben. Zu eindeutig ist der Einfluss zu hören, was auch an der gleichen Herkunft liegen dürfte. Ebenso wie die meines Erachtens doch teilweise nach Strung Out klingenden Riffs. Aber hey, wer will verdenken, sich von diesen Granden inspirieren zu lassen. Gibt weitaus schlimmeres.

Insgesamt macht diese Mischung aus Hardcore und Melodie mal wieder richtig Spaß und ergibt ein grandioses Must-Have-Album mit dem sich Pour Habit erstmal weit vorne in der Beliebheitsskala einnisten. Denke, man sollte die Band im Auge behalten.

Autor: Jöran Kuschel

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