Old Man Markley - Guts n' Teeth

Old Man Markley - Guts n' Teeth

Neun Musiker mit solch traditionellen Instrumenten wie Kontrabass, Fiddle, Waschbrett und Banjo, die sich noch dazu Bluegrass auf ihre Fahnen geschrieben haben? Klingt ja zunächst einmal nicht 100% nach FatWreck Chords. Doch Old Man Markley sind wirklich die Neuverpflichtung des kalifornischen Labels und legen nun mit "Guts n' Teeth" auch direkt mal ein ordentliches Brett auf den Tisch.

Um es direkt vorweg zu nehmen: So Country war FatWreck noch nie. Wer also - banausenhafter Weise - schon bei den Cobra Skulls und Against Me! die Waffen streckt und meint, das passe nicht zu Fat, darf dann auch direkt mal weiterblättern. Denn "Guts n' Teeth ist brutalster Bluegrass mit traditionellen Elementen und Instrumenten.

Die 9 Musiker um Lead-Sänger Johnny Carey, die aus dem San Fernando Valley stammen, aus dem nun scheinbar nicht mehr nur die am meisten heruntergeladenen Videos im Internet kommen, spielen seit 2008 zusammen und präsentieren mit dem vorliegenden Album ihr 12 Track starkes Debut. Und stark ist es wirklich geworden. Jedes der 12 Stücke für sich genommen, ist eine sehr passable Mischung aus Punkrock-, Folk- und Blugrass-Elementen, die jedem Fan dieser Musikrichtungen das Herz aufgehen lassen werden.

Fängt "For Better For Worse" mit seinem choralen Intro zunächst doch ein bisschen getragen an, so wird binnen Sekunden richtig auf die Tube gedrückt und gezeigt, das Tempo zählt. So zieht es sich weiter durch Stücke, wie "Do Like We Do", bei dem Annie DeTemple zum ersten Mal mit ihrer Stimme leiht, die sonst die Autoharp bedient.

Mal geben sich Old Man Markley einem absolut brutalen Tempo hin ("In a Circle Going Round"), mal gehen die Tracks eher gemütlich und laid-back ins Ohr ("Lowdown Blues" oder "Guts n' Teeth") oder werden ein wenig ruhiger, verspielter, wie bei "Running Weight". Immer wieder jedoch werden sie untermalt von einer lässigen Gitarre, smoothen Upright-Bass, wohl-akzentuiertem Banjo und einer wunderbar knarzenden Geige, die von Katie Weed hervorragend bedient wird. Einfach ein sehr feines Stück Musik.

Absoluter Anspieltipp ist, neben dem bereits erwähnten, titelgebenden Stück "Guts n' Teeth", für mich "Living and Learning", ein Song, der sofort ins Ohr geht. Gnadenlos lässig und mitgröhlbar beim ersten Hören. Wer hiernach kein Fan der Platte ist, hats nicht so richtig verstanden und sollte sich noch einen weiteren Durchgang von "Guts n' Teeth" geben und dabei vielleicht auch noch einmal "Letterman" sein Gehör leihen...

Zugegeben, zunächst hatte ich mit der Platte schon meine kleineren Probleme, die sich aber nach dem zweiten Hören ins Nichts aufgelöst hatten. Die Platte ist ein richtiges Brett! Wer auf Folk und Country gemixt mit Punkrock steht, sollte dieses Album auf jeden Fall besitzen. In der CD-Sammlung macht es sich bestimmt sehr gut neben Größen wie zum Beispiel .

"Guts n' Teeth" ist also ein konsequenter Schritt für FatWreck in Richtung Folk und Country plus Punkrock. Was mit vereinzelten Elementen bei den Cobra Skulls immer wieder umgesetzt wird, wird bei Old Man Markley auf die Spitze getrieben. Dreckiger Bluegrass as Hell!

Autor: Jöran Kuschel

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