Mr. Irish Bastard - Bastard Brotherhood

Mr. Irish Bastard - Bastard Brotherhood

Da ist sie also, "Bastard Brotherhood". Der erste Longplayer der Jungs aus Düsseldorf und Münster, die im Moment ja einiges in der hiesigen Folk-Punk-Szene reißen. Wer kann nach nicht mal 1 1/2 Jahren Bandgeschichte schon von sich behaupten eine EP, eine Headliner-Tour, Support bei Fiddler's Green und Gigs mit den Levellers geleistet zu haben?

Nicht viele! Und trotzdem war da noch Zeit einen Erstling rauszubringen, der die Lorbeeren auf jeden Fall rechtfertigt.

Doch was ist das besondere an "Bastard Brotherhood"? Die Härte? Die Whiskey-getränkte Stimme? Oder vielleicht einfach nur, dass man, je öfter man die Platte hört, immer mehr Ecken und Kanten findet, die man mag? Ich denke, es ist ein bisschen von allem.

Natürlich könnte man sagen, das wäre alles schon mal da gewesen und nicht jeder Song auf "Bastard Brotherhood" ist ein absoluter Kracher. Sicher, das ein oder andere Stück ist auch nicht unbedingt meins, aber im Gesamtbild ist das Album schon weit vorne. Vor allem, da es sich um ein Debut handelt und die kleinen Schwächen durchaus sympathisch sind. Wie sollte man sich sonst auf einen Nachfolger freuen, wenn der Erstling schon perfekt wäre?

15 Songs zum Mitsingen und Spaß haben

Aber mal zum eigentlichen Inhalt... "Bastard Brotherhood" bringt insgesamt 15 Songs mit sich, die von einem unglaublichen Intro eingeleitet wird. Bei "Triocha Piosa D'Airgead Geal" kommen sofort Bilder von Irland auf und ein wohliges Gefühl steigt in einem auf. So genial ist sonst eigentlich nur "Foggy Dew" als Intro bei den Murphys...

Von dann an geht es mit schönem harten Irish-Punk weiter, der einen unweigerlich in den Bann zieht. Mitsingen, Bier trinken, Spaß haben! Und das alles mit einer Reibeisenstimme, die vermutlich schon die ein oder andere Pint hat über sich ergehen lassen müssen. Sicher gibt es bessere Stimmen im Musik-Business, aber selten hat eine besser zur Musik gepasst.

Anspieltipps: "Let go", "Last Pint", "Blood on the Flag"

Die drei Songs würde ich auf jeden Fall hervorheben, nicht, dass die anderen so viel schlechter sind, aber das sind die 3 die mir am Besten ins Ohr gegangen sind und von Anfang an die Höhepunkte des Albums bildeten. Kleinere Schwächen sehe ich eigentlich nur bei "Everythink must die" und "Why can't I be you". Weiß nicht, meine Songs sind das nicht. Aber, wie schon erwähnt, gute Debutalben können (müssen?) auch Schwächen zeigen, sonst fehlt die Vorfreude aufs nächste Album

Hervorzuheben wäre weiterhin noch die Fähigkeit auch mal eine Ballade einzustreuen, wobei diese eher den Murphys-Balladen, als denen von Flogging Molly ähneln. Wer es also ein wenig langsamer mag darf gerne mal "Walk with me" oder "Killbegs" anspielen.

Wer sollte diese Platte kaufen?

Ich würde jetzt am Liebsten schreiben: "Jeder!", wäre aber vielleicht ein bisschen vermessen. "Bastard Brotherhood" ist ein Folk-Punk-Album der oberen Kategorie geworden, welches Lust auf mehr macht. Wer mag, wem die (mittel)alten Sachen der gefallen haben, der sollte auf jeden Fall zuschlagen. Lohnt sich! Könnte mir durchaus vorstellen, dass die Platte noch recht lange auf meinen Partys läuft. So, und jetzt ein Guinness und Mr. Irish Bastard hören...

Autor: Jöran Kuschel

Konzert-Tip der Redaktion: