Flogging Molly - Speed of Darkness

Flogging Molly - Speed of Darkness

Über 3 Jahre nach ihrem letzten - und bekanntlich ja auch sehr erfolgreichem - Album "Float" sind mit "Speed of Darkness" zurück. Endlich möchte man sagen. Viel ist passiert in diesen 3 Jahren der Abstinenz, die die Band fast ausnahmslos auf Tour verbrachte.

Kam "Float" doch noch vor der weltweiten Wirtschafts- und Bankenkrise heraus. Und von eben dieser und ihren Auswirkungen auf die Arbeiterschaft Amerikas und Irland als Ganzes ist "Speed of Darkness" merklich beeinflusst.

Geschrieben und aufgenommen in der ehemaligen "Motor City" Detroit, einer der vielleicht am stärksten von der Krise gebeutelten Städte der USA (bei weiterem Interesse...), produziert von Ryan Hewitt (Red Hot Chili Peppers) ist diesmal ein Album heraus gekommen, das durchaus mit Recht das Prädikat "reif" trägt, wobei ich hiermit immer meine Schwierigkeiten habe.

12 Titel voller Kritik, ein hoffnungsloser Abgesang auf die herrschenden Verhältnisse, aber auch ein motivierender Ausblick in die Zukunft, sind Dave King und Band hier gelungen. Instrumentiert wie üblich, an einigen Stellen in neue Sphären vorstoßend. Also quasi ein typisches Flogging Molly Album, das irgendwie doch nicht mehr die alten Flogging Molly sind. Jetzt aber dann doch mal zum eigentlich Wichtigen: Den Songs.

Mit "Speed of Darkness" hauen Flogging Molly mal gleich zu Beginn ein richtiges Brett raus, kurzes Rauschen, Feedback und dann gehts im typischen Stil der Band zur Sache. Dies bleibt auch beim Arbeiter-bewegten "Revolution" so, ehe man mit "The Heart of the Sea" ein wenig ruhiger wird. Die Single "Don't Shut 'Em Down" dürfte ja schon hinlänglich bekannt sein und ist natürlich ein perfektes Mitgröllied in meinen Ohren. Insgesamt sind aber alle 12 Songs sehr gut gelungen, einzig "The Power's Out" mit seinem stampfenden Sound findet nicht so ganz den Weg in mein Ohr.

Mit dem sehr schönen "So Sail On" und dem wunderbaren, anfangs nur vom Piano begleitetem "Th Cradle Of Humankind" beweist Dave King wieder einmal, dass er ein grandioser Baladenschreiber ist. Für mich eindeutig 2 Highlights der gesamten Platte. Hierzu würde ich auch "Oliver Boy (All Of Our Boys)" zählen. Der Song ist einfach klasse! Kurz erwähnt sei auch noch das sehr schöne, leider aber auch genauso kurze Duett "A Prayer For Me In Silence", bei dem zum ersten Mal Bridget King zu hören ist.

"Speed Of Darkness" ist wirklich ein sehr reifes und gelungenes Album, thematisch wie musikalisch. Ich kann da nur zum Kauf raten! wollen wir hoffen, dass die Band auch mal wieder eine Solo-Tour in Deutschland spielt. Diese Festivalauftritte hab ich nämlich langsam zu oft gesehen. Wird also Zeit, dass man mal wieder nen ganzen Abend mit Flogging Molly verbringen kann.

Autor: Jöran Kuschel

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