Morning Glory - War Psalms

Morning Glory - War Psalms

Knappe 1 1/2 Jahre nach ihrem Debut "Poets Were My Heroes" sind Morning Glory um Mastermind Ezra Kire zurück mit ihrem neuen Album "War Psalms", welches wieder über Fat Wreck Chords erscheinen wird. Kire gilt gemeinhin ja als sehr experimentierfreudig, wollen wir also mal sehen, ob sich dieser Hang auch auf "War Psalms" zeigt.

Und schon von Anfang an ist klar, dass Morning Glory hier wieder die ganze Palette ziehen werden. Ist "Calm and Alarm" noch ein sehr brutaler Opener, geht es bei "Standard Issue" wiederum sehr rhytmisch zu, damit man dann bei "Natas Behind Me" wieder Vollgas geben kann; allerdings nur 77 Sekunden.

Dem Stakkato-haften "I'm A Machine Gun" - kann ein Titel passender sein? - folgt das eher nicht so pralle "National Anthem" sowie das langsamere "I Want Control", bevor man sich auf ein furioses Ende zu bewegt. Kires Begabung für Abwechslung gefällt besonders gut bei dem, was mit der Kombination "War Haka" und "War Song", dieser Übergang aus einem traditionellen Maori-Ritual in einen wirklich sehr gelungenen, aber auch brachialen, Punkrock-Song ist echt ein großartiger Teil der Platte.

Damit es auch schön abwechslungsreich und immer wieder überraschend bleibt, setzt "Punx Not Dead, I Am" diese Brachialität zunächst nicht fort, sondern gibt kurz Zeit zum Verschnaufen, bevor im zweiten Teil voll auf die Tube gedrückt wird, man sich aber in einen eher pompösen Refrain schwingt. Gegen Ende wird "War Psalms" ein wenig Piano-lastig, was der Qualität der Platte aber keinerlei Abbruch tut. Dazu zählen Stücke wie "Karry On" und das grandiose "Know Your Wrongs", die Kires Ruf als "Punkrock's Piano Man" zementieren.

Insgesamt ein hevoragendes Album, welches einen großen Start ins Fat Wreck Jahr darstellt. Darf gerne so weiter gehen.

Autor: Jöran Kuschel

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