Hot Water Music - Exister

Hot Water Music - Exister

Mittlerweile sind es bereits wieder knappe 5 Jahre seitdem Hot Water Music sich offiziell zurück gemeldet haben, was bisher jedoch fehlte, war ein vollwertiges Album der Jungs um Chuck Ragan. Dies wird nun mit mit "Exister" geändert; die Rückkehr also quasi amtlich gemacht.

Reunions pflege ich ja grundsätzlich mit Skepsis zu sehen, zu groß waren meine Enttäuschungen, wenn ich alleine auf die Rückkehr der zuvor hoch verehrten Smashing Pumpkins blicke. Doch bei einer Band wie Hot Water Music, die mittlerweile ja bei so ziemlich jeder Band aus den Staaten im "inspired by"-Bereich zu finden ist, musste es ja hoffentlich gelingen. Und was soll ich sagen? "Exister" ist ein sehr gelungenes Comeback-Album geworden. Man hatte ja auch lange genug Zeit es einzuspielen.

Während die Opener "Mainline" und "Boy, You're Gonna Hurt Someone" schon mit klassischem Gainesville- und Hot-Water-Music-Sound überzeugen, jedoch bei mir ein wenig schwieriger ins Ohr gehen, geht es mit dem sehr gelungenen "State of Grace" das erste Mal so richtig los. Feiner Song, der das Album richtig einläutet.Der absolute Killer der ersten Hälfte der Platte ist aber auf jeden Fall "Drag My Body": Perfekte Spielereien in der zurückgenommenen Strophe, groovende Bass-Line, perfekt arrangierter Singalong-Refrain. Das ist großes Kino! Der verdammt abgehende Titeltrack "Exister" rundet dann die erste Hälfte sehr schön ab.

Die zweite Hälfte bestätigt dann das insgesamt sehr hohe Niveau auf dem sich "Exister" bewegt. "Wrong Way" und "Take No Prisoners" leiten schön auf ein furioses Ende hin, welches mit dem eher ruhig gehaltenen "No End Left In Sight" beginnt. Der ruhige Ansatz wird aber sofort vom brachial-hymnischen "The Traps" weg gewischt. Vielleicht der beste Song des Album mit extremsten Mosh- und Mitgröhl-Faktor; sollte man vielleicht schon mal auswendig lernen... Abschließend gibt es dann noch mit "Paid In Full" ein richtig gutes Schlussstück mit dem "Exister" beschlossen wird.

"Exister" liefert das, was man von einer solch prägenden Band wie Hot Water Music erwarten darf: Sehr hohe Qualität, Gainesville-Sound galore, Reibeisenstimme inbegriffen, dazu geniales Songwriting und nahezu perfekte Singalongs wo sie gebraucht werden. Die Reunion hat sich schon gelohnt. Daran alleine sollte sich manch andere wiedervereinte Band mal orientieren und messen lassen.

Autor: Jöran Kuschel

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