Perdition - Hispaniola

Perdition - Hispaniola

Visions und Ox Magazine haben sie schon getestet und für gut befunden, nun möchte auch ich mich mal ein wenig mit Perdition und ihrem Debut-Album befassen. Wollen wir doch mal sehen ob die Herren von der Fachpresse meinen Geschmack getroffen haben?! Normalerweise sage ich ja immer "Don't believe the hype".

Doch was soll ich sagen? Seit ich die Scheibe besitze, läuft sie im CD-Player heiß und steht kruz vorm Schmilzen. So ein großartiges Melodic-Punk-Album habe ich in diesem Jahr noch nicht gehört! Punkt! Und in dieser Qualität fallen mir in letzter Zeit vielleicht noch oder ein. Was Perdition bei ihrem Debut abliefern ist über 12 Tracks ganz großes Tennis.

Schon ab den ersten Takten von "Gatorde Punch" wird klar, dass es größtenteils kompromisslos nach vorne gehen wird. Hier wird nicht gewartet, hier wird volle Power auf den Boden gebracht, die sich auch bei "Beartown" gnadenlos fortsetzt, bevor dann mit "Cricket Dance" und "These Are The Droids We're Looking For" zwei der absoluten Killer-Tracks des Albums erreicht werden. Beide hochmelodisch, ausgefeilte und doch nachdenklich stimmende Texte, die man trotzdem grandios mitgröhlen kann. So mag ich Punkrock.

Nach 4 Songs, die auf jedem Konzert schweißtreibend enden dürften, erreicht "Hispaniola" mit "The Narwhal Bacons At Midnight" seine erste kleinere Ruhepause; und was für eine. Ich bin ja großer Fan solcher, recht melancholischer "So sind unsere Konzerte"-Songs. Da geht mir das Herz auf; wenn dazu noch diese wunderbare Akkustik-Nummer draus wird, kaufe ich das sofort. Der Song wird im Walkmen nie geskipt!

Weiter gehts mit dem uns allen wohl durchaus bekannten Slogan "I don't get drunk, I get awesome", der überleitet zu "Why Buy The Cow When You Can Have The Sex For Free" mit den vielleicht besten Introlines der Platte, die auf dem Weg ins Pit leicht von den Lippen gehen werden. Auch "Race for the Rabid" und "El Oso" fügen sich nahtlos in den Fluß der Platte ein, bis dann mit "Bitch, I Hold Babies All The Time" ein kleiner Bruch geschieht. Um ehrlich zu sein, verstehe ich diese 8 Minuten lange, seltsam beschwingte Nummer mit extrem langen Instrumentalphasen nicht so ganz, stellt sie doch einen ziemlichen Gegensatz zum Rest der Platte da und klingt eigentlich mehr wie ein Outro-Song.

Mit "I'll Be Careful. You'll Be Dead" ist man dann aber schnell wieder im eigentlichen Feel der Platte, bevor "I Saved A Bullet For You" zwar wieder als Punk-Song startet und endet, zwischendrin aber eine komische klingende Ska-artige Numemr wird, ist nicht so meins, gerade aufgrund des gesprochenen Parts, aber naja, immerhin experimentiert...

Was noch zu sagen wäre: Ach ja, Bärte! Dies vier Jungs aus Forth Worth, Texas haben für eine Punk-Band sehr beeindruckende Bärte. Und nebenbei noch ein verdammt gutes Punkrock-Album geschrieben, welches aufgrund von Härte, Melodie und der einfach unbestrittenen Anzahl von Killer-Tracks ganz weit oben im Rennen um die Platte des Jahres ist.

Autor: Jöran Kuschel

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