I Am Heresy - s/t

I Am Heresy - s/t

Es gibt weiß Gott cooleres als mit seinem Vater in einer Rockband zu spielen. Definitiv! Wenn dieser Vater allerdings BOYSETSFIRE-Sänger Nathan Gray ist, relativiert sich das dann doch wieder recht schnell. Also, geben wir dem selbst-betitelten Debut von I Am Heresy mal einen Versuch.

Und dieser Versuch ist es echt wert. "I Am Heresy" enthält zwar nur 9 Tracks, die allesamt jedoch ordentlich krachen; Hardcore mit Metall-Einflüssen eben. Krachende Gitarren, ein ordentlicher Scream-Anteil und drückende Double-Base. Gefällt beim ersten Hören und getreu dem Motto, man kann in 3 Minuten alles gesagt haben, sind die Spielzeiten dann auch häufig recht kurz, was der Qualität allerdings keinen Abbruch tut.

Aufgebrochen wird der Rhythmus großartiger Moshing-Tracks wie "The Sycophant" oder "In The Light Of A Decaying Sun" jedoch durch eine wirklich sehr annehmbare Ballade namens "Prince of the Flies", die mich, gerade auch in Kombination mit dem anschließenden "Butchers", ein wenig an Soulflys "Tree of Live" erinnert, wobei hier der Knalleffekt nicht ganz so groß ist.

Auch "Seven Wolves and The Daughtes" sticht ein wenig heraus und erinnert wesentlich mehr an BOYSETSFIRE als der Rest der Platte. Dazu nehmen würde ich als Anspieltipp das sich wunderbar auskotzende "I Am Heresy", sowie das abschließende, grandiose Akkustik-Stück "Jesus doesn't work here anymore", vielleicht sogar mein Liebling der Platte.

Um es klar zu sagen: I Am Heresy ist wesentlich mehr als das halbgare Nebenprojekt eines gelangweilten Sängers, der seinen Sohn in die Szene bringt. Es ist tatsächlich ein sehr großartiges Stück Musik, das nicht nur Fans von BOYSETSFIRE begeistern wird. Vielleicht werden einige HC-Puristen ob der Metall-Einflüsse kritteln, aber so what? Ich mags!

Autor: Jöran Kuschel

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