Nothington - Borrowed Time

Nothington - Borrowed Time

Wer sich ein wenig mit Punkrock beschäftigt, wird in den letzten Jahren kaum an einem Namen vorbei gekommen sein: Nothington. Jetzt erscheint mit "Borrowed Time" auch endlich ihr drittes Werk in Deutschland.

Gegründet von Jay Northington, ehemals Tsunami Bomb, befinden sich die vier Jungs aus der San Francisco Bay Area seitdem fast ununterbrochen auf Tour und haben schon das ein oder andere AZJ in Deutschland gerockt.

Nebenbei nimmt man dann auch noch Platetn auf; und was für welche. "Borrowed Time" ist für mich bisher das beste Punk-Album, was mir in diesem, wenn auch noch kurzen, Jahr an die Ohren gekommen ist. Genau die richtige Mischung aus Härte, Melodie, ner großartigen Stimme, Backings und einem Schuß Melancholie.

Thematisch gesehen verarbeitet man hier die Probleme des Tourlebens, es wird also recht persönlich. Untermalt wird das von wirklich großartigen Punkrocksongs und dem Zusammenspiel der Stimmen Jay Northingtons und Chris Matulichs, die sowas von perfekt harmonieren, dass jeder Song dieses Albums ein Knaller ist. Vom Openere "Captive Audience" über das unglaublich großartige und doch so melancholische "Far To Go" sind es einfach grandioses Songs.

Wennes bei "The Escapartist" heißt "Last night I had to drink my self to sleep..." ist das sowas von authentisch und leitet einen der besten Songs von "Borrowed Time" ein, der im Grunde nur noch vom noch besseren "St. Andrews Hall" getoppt wird, auch wenn es schwer ist, das zu schaffen.

Doch vielleicht ist es auch zu viel oder vermessen einzelne Songs aus diesem Album hervor zu heben. "Borrowed Time" hat nicht einen schwachen Track. Songs wie "Don't Have To Wait" oder "Ordinary Lives" sind drei Minuten lange Mitsingen-Bretter, die trotzdem eine gewisse Härte haben, so mag ich Punkrock, auch wenn manch einer einwerfen mag, dass das zu poppig und nicht die wahre Lehre ist. So what?! Wenn man dann noch einen Song wie "I Should Say" ans Ende der Platte setzt, welcher bei sehr, sehr vielen Bands das Highlight der Platte sein dürfte...

Gesamturteil: Kaufen, kaufen, kaufen! Und aus Konzert gehen. Wie bereits erwähnt, wahrscheinlich DAS Punkrock-Album 2012 in Deutschland!

Autor: Jöran Kuschel

Konzert-Tip der Redaktion: