The Carburetors - Laughing In The Face Of The Death

The Carburetors - Laughing In The Face Of The Death

Gut 7 Jahre haben die Norweger gebraucht, um nach ihrem 2008er Album „Rock'n'Roll for Ever“ einen echten Nachfolger zu präsentieren. Dann wollen wir mal schauen, ob die Könige des Arschtritt-Rock'n'Rolls diese Zeit gut genutzt haben und wieder ordentlich ihre Mixtur aus Testosteron und Gasoline versprühen.

Nach dem Sänger Eddie Guz 2009 bekannt gab, bei Chrome Division auszusteigen, um sich auf die Arbeit bei den Carburetors zu konzentrieren, hätte ich ja früher mit 'nem neuen Langspieler gerechnet. Dafür gab es dann 2 Re-Releases des Rock'n'Roll for Ever -Albums.

Der Opener „Hellfire“ beginnt schwer und schleppend mit einem leichten Hang zum Bombastischen, ganz so als ob Eddie Guz, Kai Kidd, Stian Krogh, King O'Men und Chris Nitro mir ins Gesicht schreien wollten: „Wir sind wieder da, mach dich auf was gefasst!" Dann nimmt der Song langsam fahrt auf, Eddie beginnt zu singen und die Party kann losgehen. Dicke-Eier-Rock - Ich fühle mich gleich zurückversetzt in eine kleine Konzerthalle und die Jungs rocken sich auf der Bühne den Arsch ab. haben diesmal das Album nach eigenen Aussagen nicht großartig mit 'zig Spuren konventionell produziert, sondern ein Großteil wurde im Studio live eingespielt. Das Ergebnis gibt dem Vorgehen recht.

„Lords of Thunder“ erinnert an Old-School-Metal der 80er-Jahre. Unterstützung gab's beim Song von Chrome-Division-Gitarrist bzw. Dimmu-Borgir-Sänger Stian Tomt Thoresen aka Shagrath. Eddie und Stian wechseln sich im Gesang ab, um letztlich im gutturalen „Lords of Thunder“-Refrain ihren Höhepunkt zu finden. Mit dem nächsten Song „Don't Touch the Flame“ haben Eddie und Co 2012 versucht am Eurovision Song Contest teilzunehmen und sind damit bis ins Finale des norwegischen Vorentscheid gekommen. Der Song selbst kommt auch etwas eingängiger und nicht ganz so rotzig daher, wie der Rest des Albums. Schöne Rock-Riffs und durchgängig Tempo, machen den Song ziemlich kurzweilig.

Die weiteren Songs schwanken irgendwo zwischen Motörhead, Chuck Berry und Judas Priest. Bei „Water Into Wine“ und „Bullet“ hätte genauso gut Lemmy am Mikro stehen können. Eddies Stimme wirkt dreckiger, rauchiger und angestrengter als auf den Vorgängerscheiben. „Blood for Blood“ und „Days Of Metal“ sind die bereits angesprochenen Reminiszenzen an den guten alten Heavy Metal.

Erst der vorletzte Song „Shot Full Of Noise" stellt sich wieder mit geschmeidige Riffs und „sauberer Gesang“ in die Tradition der alten Carburetors-Alben. Der Song ist catchy und eingängig und dient der Band nicht umsonst als „Single“ auf der Split mit Label-Partnern Psychopunch.

Fazit: Das Gewicht liegt diesmal eher auf Rock als auf Roll. Das Motto heißt aber immer noch „Es lebe das Klischee“. Bei gehören zum Klischee: Posen, Posen und nochmal Posen. Sonnenbrillen, schwarze Shirts, schwarze Lederjacken und immer schön breitbeinig stehen, damit die Testikel ordentlich Luft abbekommen. Also, wer auf solche Rock'n'Roll-Attitüde steht, sollte sich „Laughing In The Face Of The Death“ definitiv zulegen.

Autor: Frank Reins

Konzert-Tip der Redaktion: