Kamchatka - Long Road Made Of Gold

Kamchatka - Long Road Made Of Gold

Kaum ist etwas über ein Jahr seit dem letzten Album vergangen, schon legen mit „Long Road Made Of Gold“ nach. Sie legen nicht nur nach, sie legen sogar noch 'ne Schippe oben drauf und das ist nach dem Vorgängeralbum „The Search goes on" alles andere als einfach. Aber Thomas, Tobias und Per haben einfach die Qualität, um sich von Album zu Album zu steigern.

Im letzten Jahr war „The Search goes on" der Dauerläufer in meinem Auto. Jetzt wurde es von „Long Road Made Of Gold“ abgelöst. Das Album kommt nicht ganz so eingängig daher, aber dafür hat es viel Potenzial zum Wachsen. Der Starter „Take Me Back Home“ beginnt mit ein paar Banjo-Country-Tunes, um dann doch schnell die E-Gitarren rauszuholen und dem Blues-Rock zu fröhnen. Das Wüsten-Country-Thema taucht immer wieder im Album auf und irgendwie passt es ja auch zu Titel und zum Cover.

Mit „Get Yout Game On" hauen einen ziemlich eingängig Blues-Rock-Song raus. Nicht umsonst wurde diese Song vorab vom Label über Youtube veröffentlicht. Schön aufgebaut das Ganze und dann ein Ohrwurm-Riff zum Refrain, klasse. Hört sich vom Konzept her simpel an, ist aber richtig geil geworden.

„Made of Gold“ der erste der 'beiden' Titel-Songs macht zunächst wieder einen auf Pistolero-Wüsten-Rock. Sehr straigter Song, der einen direkt am Beginn abholt und bis zum Schluss nicht aussteigen lässt. Sänger Thomas "Juneor" Andersson zeigt mal so richtig was er bzw. seine Stimme drauf hat, von bluesig jazzig bis rockig rau. Okay, das war das letzte Mal, dass ich in diesem Bericht die Worte Blues und Rock erwähne. Aber, es ist halt so, dass diese Wörter den Sound am besten beschreiben!

Themawechsel: In „Made of Gold“ bekommt auch Thomas' Beard Bender ordentlich Auslauf. Auf seine Gitarre ist Thomas besonders stolz. Die Signature Guitar wurde von Ibanez speziell nach Thomas' Wünschen gebaut und ist in kleiner limitierter Auflage auch in den Verkauf gegangen. Wer schon mal live gesehen hat, der weiß, dass Thomas dort häufiger mal exzessiv seinen Gitarren das eine oder andere Solo abverlangt. Auf „Long Road Made Of Gold“ ist dies nun auch auf CD/Vinyl stärker als auf den Vorgänger-Alben der Fall - vielleicht dank der Beard Bender?

Aber, es gibt auch eine echte Neuigkeit auf diesem Album. Neu-Bassist und Dauer-Produzent Per Wieberg singt. Auf den beiden Titeln „Human Dynamo" und "Slowly Drifting Away" gibt Per sein Bestes. Beide Songs erzeugen zwar eine Art Bruch beim Hören des Silberlings, aber nicht so, dass es groß stören würde. Eher eine gut gemeinte Abwechslung. Passt!

Die weiteren Song wie „Rain“ und „Who's to Blame“ führen den Sound des Albums nahtlos weiter. Bemerkenswert ist nochmal ein Solo beim letzteren Song. Und, das muss ich mal sagen, eigentlich hasse ich Solos. Besonders wenn es zu einer „seht mich an - ich bin der Größte"-Show wird. Das ist aber bei Thomas ganz anders, hier fühlt man, dass es um den Song geht und nicht ums Ego.

Mein Highlight kommt fast zum Schluss - Titel-Song Nummer Zwei: „Long Road“. Hier wird das Lonesome-Cowboy-Thema endlich in einem Song von vorne bis hinten durchgezogen. Einsam gegen den Strom, leicht depressiv mit einer „Ich schaffe das jetzt erst recht“-Attitüde. Wenn man gerade kein Moped oder Cabrio zur Hand und keine Wüste vor der Haustür hat, geht vielleicht auch 'ne Flasche Whisky in einer Hängematte, den Song muss man einfach zelebrieren. Also, bitte das Album beim Antesten mindestens bis zum vorletzten Song hören.

Die Tracks:

  1. Take Me Back Home
  2. Get Your Game On
  3. Made Of Gold
  4. Human Dynamo
  5. Rain
  6. Who's To Blame
  7. Mirror
  8. Slowly Drifting Away
  9. Long Road
  10. To You

Autor: Frank Reins

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