Superheaven - Ours Is Chrome

Superheaven - Ours Is Chrome

Nachdem im letzten Jahr Jar bei mir eine kleines Grunge-Revival im CD-Player ausgelöst hat, war ich doch schon ein wenig begeistert, dass das neue Superheaven-Album Ours Is Chrome gar nicht so lange auf sich warten lassen sollte. Und nachdem es jetzt raus ist und einige Runden gedreht hat, muss ich sagen, die Vorfreude war berechtigt.

Denn das Quartett aus Pennsylvania legt mit Ours Is Chrome ein großartiges Album als Nachfolger ihres Debuts nach ohne sich dabei zu wiederholen oder langweilig nur das zu bedienen, was sie mit Jar erfolgreich gemacht hat. Vielmehr klingt die neue Scheibe noch dunkler, melancholischer als ihr Vorgänger und geht insgesamt auch ein wenig vom Gas. Allen gemein bleibt jedoch diese große alte Gefühl der 90er über die Leere der Welt und des eigenen Lebens.

Schon der Opener "I've Been Bored", zu dem es ein gar nicht mal so langweiliges Video gibt mach klar, dass man ein wenig getragener sein wird, ein Eindruck, der sich auch beim hervorragenden "Next To Nothing" fortsetzt. Superheaven klingen hier eindeutig eher von den Smashing Pumpkins oder Bush beeinflusst, als von Nirvana, vor allem, wenn man sich die Andeutungen Corganesker Gitarrenwände gibt. Sehr schöne Songs voller Melancholie und brachialer Gitarrengewalt.

Getoppt werden die beiden Opener auf alle Fälle noch vom überragend melancholisch-melodischen "Room", "All This Pain" und dem unfassbar intensiven "Leach", welches dann doch wieder an Nirvana erinnert. Bevor ich zu sehr ins Schwelgen gerate sei noch auf das grandiose "Gushin' Blood" verwiesen, sowie der düstere sechs Minuten Hammer "From The Chest Down" in dem Taylor Madison den Motorrad-Unfall seines Bruders thematisiert. Sehr unfassbarer Song.

Alles in allem schaffen es Superheaven sich noch einmal zu übertreffen, was ein gutes Zeichen beim zweiten Album ist. Ours Is Chrome ist eine Wahnsinnsplatte, die zwar dunkler und langsamer ausfällt als erwartet und vielleicht gerade deswegen eine unheimliche emotionale Tragweite bekommt. Für mich bisher das beste Album 2015.

Autor: Jöran Kuschel

Konzert-Tip der Redaktion: