Filmdoku und Akustik-Show

Levellers zeigen ihren Film „a curious life“

Konzertbericht: The Levellers - Dortmund, Piano, 26.04.2015

Wie auch haben einen Film über ihre Bandgeschichte gemacht. Name: „A Curious Life“. Anders als die NMA zeigen sie diesen Film aber auch in anderen Ländern und nicht nur in England. Allerdings sind die Stätten, in denen sie dies tun, überaus ungewöhnlich, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Für mich allerdings ganz gelungen, in der hier gewählten Location hatte ich meine 20-jährige Abi-Feier, gegenüber war während der Schulzeit Tanzschule angesagt, also schon deshalb ein Grund, sich Dortmund-Lütgendortmund und das Piano als Ort der Filmbetrachtung auszusuchen. Der Saal (Halle trifft es nicht, ich schätze, wenn alle stehen mögen so um die 200 - 300 Leute reinpassen) war "teilbestuhlt", sprich, wer - wie wir - zu lange quatscht, muss den Film halt im Stehen angucken, seufz....

Start des Films gegen 20:00 h, hauptsächlich geschildert durch Jeremy, der als Hauptinterviewpartner durch die Geschichte der Levellers führt und dabei Einblicke gibt in seine Wohnung, sein Atelier, das Levellers-Archiv (naja ;-) ) und der sogar seine Eltern zu Wort kommen lässt - sehr, sehr schön erzählt. Die anderen sagen auch mal was, Musik gibt's auch, in Summe eine echt schöne Angelegenheit - bestimmt noch schöner wenn man denn gesessen hätte ;-). Auch nett: es gibt deutsche Untertitel. Für den Nicht-Engländer in diesem Falle wirklich hilfreich. Dauer etwa 1:20 h. Da schon alles auf der Bühne aufgebaut war - die Leinwand hatten sie einfach davor heruntergelassen und entsprechend schnell wieder aufgerollt - ging es um 21:48 h schon los mit dem Acoustic-Set.

Ich hab noch nie so viel auf einmal von dieser Band gesehen - und so wenig von Jeremy! Alle - in normalen Klamotten, nicht im "Standardbühnenoutfit" - saßen auf der Bühne; von links nach rechts: Simon Friend, Jon Sevink , hinter den beiden Jeremy Cunningham (und er blieb auch dahinter - und er blieb sitzen!), Mark Chadwick, Charlie Heather, Matt Savage. Und wie die Leute bei uns so sind: wenn es teilbestuhlt ist, dann ist es das für das gesamte Konzert. Sprich: alle blieben sitzen. Wir hatten die Reihe direkt hinter den Stühlen, also beste Sicht auf die Bühne _und_ Platz zum Tanzen, was will man mehr?! Hat das Anschauen des Films im Stehen fast wieder wett gemacht.

Es war ganz großes Kino, eine deutlich andere Setlist als sonst, Lieder in anderem Gewand, hab von ihnen lange nicht so etwas Schönes gehört wie Elation (Gänsehaut!) oder Another man's cause, wow. Und auch der Aufbau war gelungen, erst ruhige Sachen, die man - auch - im Sitzen genießen konnte, zum Schluss hin mehr was zum Tanzen und Hüpfen, so dass dann, wie ich es mir schon gedacht hatte, während der Zugabe niemand mehr saß - klasse gemacht!

Start mit The Boatman, weiter mit The Road. Danach Hard Fight und Confess. Das nächste hab ich live glaub ich noch nicht gehört: Edge of the world, gefolgt von Alone in this Darkness. Dann wieder eines, das für mich live glaub ich auch Premiere war: 61 Minutes of Pleading. Und danach das Gänsehautlied: erstmal kam Stephen Boakes mit seinem Didgeridoo, etwas erhöht hinter der Band und ganz ohne Kostüm oder Kriegsbemalung. Die ersten Töne sorgten schon mal für Gänsehaut und der Rest - das Lied - Elation - und Simons Stimme taten ihr übriges, Wahnsinn! Danach ebenso wow Another Man's Cause, großartig. Weiter mit einem auch lange nicht live gehörten, eher langsamen Lied: Maid of the river. Dann wurde der etwas lautere Teil des Abends als Vorbereitung auf die Zugaben eingeleitet, die Leute blieben aber tapfer sitzen - schade vermutlich für die Band, super für mich, weil ich sooo lange endlich mal alle sehen konnte! Barrel of a gun, Truth is, Dirty Davey und als krönender Abschluss Burford Stomp (von der Freeborn John). Echt irre, der Holzboden im Piano bebte vor lauter Gehopse!

Sie verschwanden nach gut einer Stunde um 22:47 h, tauchten für die Zugaben aber wieder auf - und jetzt gab es auch für die teilbestuhlte Menge kein Halten mehr: Carry me und What you know - bis 23:00 h. Und sie kamen tatsächlich noch einmal wieder und boten noch Riverflow, ein sehr genialer Abschluss eines sehr, sehr schönen Acoustic-Sets (23:05 h). Und so viel zu der Absicht, hier auf jeden Fall meine Karte für Duisburg zu verkaufen, die ich versehentlich gekauft hatte, als ich noch nicht wusste, dass es auch ein Konzert im Piano geben würde. Nö. Wir sehen uns übermorgen! ;-)

Autor: Anja Tewes

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