Jeff Rosenstock - We Cool?

Jeff Rosenstock - We Cool?

Ein gutes Jahr nach dem Ende der großartigen Bomb The Music Industry, einer "Band", die meines Erachtens nach auf dieser Seite des Atlantik viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat, meldet sich mit Jeff Rosenstock der Kopf des Kollektivs nun mit *We Cool" und kommt damit hoffentlich mal nach Deutschland.

Das die Musikrichtung von Jeff Rosenstock, die ja schon zu alten Bomb The Music Industry-Zeiten mit "Ska-Punk, Hardcore-Punk, Skacore" (Wikipedia) nur unzureichend beschrieben werden kann, wird schon nach den ersten paar Klängen von "We Cool" klar. Rosenstock rettet schon bei "Get Old Forever" seine immense musikalische Experimentierfreude herüber. Was zunächst wie ein "mal wieder ein Frontman mit Solo-Akustik-Gitarre"-Song klingt, entwickelt einen großartigen Drumbeat, feine Chöre um dann gegen Ende völlig pompös abzudrehen und in "You In Weird Cities" überzuleiten, dass dann unverhohlen die Punk- und Hardcore-Wurzeln des Sängers feiert ohne langweilig zu klingen.

Das ja bereits länger bekannten Single-Stück "Nausea" braucht ja im Grunde aufgrund seiner Genialität kaum mehr diskutiert zu werden. Rosenstock klingt hier ein wenig wie die punkige Version von Ben Folds, die dieser leider schon verloren hat. Und weiterhin diese Pompösität der Intrumentierung, einfach Weltklasse.

Was gibt es mehr zu sagen? Jeff Rosenstock zelebriert im weiteren Verlauf des Albums einfach eine Spielfreude und einen Abwechslungsreichtum, die es selten zu bewundern gibt. Songs wie "Beers Again Alone", das grandiose "I'm serious, I'm Sorry" oder das punkige "Hey Allison" sind echt groß. Genau wie eher ruhige und experimentell Stücke wie "Polar Bear Of Africa".

Rosenstock führt auf "We Cool" also das fort, was im Jahr 2011 mit "Vacation" endete. Ein Mann, der in Musikalität und Grandiosität schwer zu schlagen, aber auch schwer zu fassen ist, und der hoffentlich nur endlich auch mehr Aufmerksamkeit hier bekommt.

Autor: Jöran Kuschel

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