Restorations - LP3

Restorations - LP3

Die fast unschlagbaren Könige des "Wir machen es uns mal einfach mit dem Album-Namen", , machen es sich auch mit ihrem dritten Longplayer wieder einfach und nennen die Scheibe natürlich "LP3". Ein würdiger Nachfolge-Name also für LP2, die ja noch nicht mal so lange her ist.

Und auch dieses Mal beweist das Quartett aus Philadelphia, dass man ein Album voller Abwechslung präsentieren kann, den Hörer aber immer wieder überrascht. Denn bei einem sollte man sich bei Restorations klar sein: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Okay, also rein in die Platte und da auch direkt mal einen echten Hammer gefunden. "Separate Songs" ist schlicht und ergreifend großartig, wie der Song gegen Ende die gesamte Spannung, die aufgebaut wurde in einer grandiosen Mitschrei-Passage rauslässt um dann entspannt auszuklingen ist einfach Gänsehaut pur.

Auch nicht zu verachten ist das sehr gute rockende "Tiny Prayers", das zwar eine, für meine Ohren ein wenig zu offensive Gitarre mitbringt, trotzdem ein sehr guter Song geworden ist.

Dass sie auch langsam können, zeigen Restorations unter anderem bei "All My Home", was konsequent auf all den Bombast der vorherigen Stücke verzichtet und ruhig und zurückgenommen daher kommt.

Neben "Separate Songs" ist "The Future" vielleicht das schönste Stück der Platte, ein schöner Love Song, der nicht irgendwie cheesy wirkt, sondern einfach nur gut gemacht ist. Des Weiteren verbindet er sehr schön die beiden Facetten des Albums, zeitweise zurückgenommen, doch andererseits auch immer mit Hang zur pompösen Gitarrenwand. Sehr gut gemacht.

Insgesamt ein großes Rock-Album, bei dem sich Restorations zwar noch nicht ganz von ihren Punk-Wurzeln trennen, sich jedoch deutlich von ihnen weg bewegen. Es ist derzeit mehr Sprinsteen als Ramones, aber es ist und bleibt ein ganz hervorragendes Album.

Autor: Jöran Kuschel

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