Superheaven - Daylight

Superheaven - Daylight

Es gibt ja wenige Musikrichtungen, die so oft totgesagt wurden, wie Grunge - wenn man vielleicht mal von Punkrock absieht. Da es aber immer wieder Bands wie , vormals Daylight, gibt, ist das, was vor über 25 Jahren in Seattle begann, noch immer quicklebendig und riecht noch nicht mal komisch.

Ja, richtig gelesen, diejenigen, die es aufmerksam verfolgt haben, haben Recht: Daylight aus Doylestown/Pennsylvania nennen sich nun . Daher ist das, was jetzt kommt auch für den ein oder anderen nicht gerade neu, denn der neue Name schreit natürlich nach einem Re-Release das 2013er Durchbruch-Albums Jar. Quasi alter Wein in neuen Schläuchen...

Doch wollen wir ehrlich sein: Jar ist ein herausragendes Album des Quartetts von der Ostküste. Solche Alben und Bands sind der Grund, warum Grunge weiter existiert; natürlich unter der Prämisse, dass es nicht mehr 100%ig Seattle-Sound ist, was da gespielt wird, aber Musik hat ja auch immer den Anspruch sich weiter zu entwickeln. Schreiben wir eben Post-Grunge oben drüber.

So, jetzt aber zum Inhalt der Platte. Jar besteht aus 12 Songs, die allesamt großartig sind. Kein einziger Songs hat den Anmut als Füllmaterial auf die Platte gerutscht zu sein, weil man ja noch ein wenig Zeit übrig hatte und 11 Songs irgendwie doof klingen.

Dementsprechend schwer fällt es auch, aus diesem Dutzend die Songs raus zu picken, die irgendwie über den anderen stehen. Bei mir sind das spontan "Youngest Daughter", "Hole In The Ground" und "In On It", wobei natürlich auch "Outside Of Me" nicht zu verachten ist. Was besonders auffällt ist, dass das Album wie aus einem Guß klingt und genau die richtige Mischung aus Härte und Melancholie findet; super Grunge eben. Grandios auch, wie hier Gitarrenwände gebaut werden, die zeitweise an die Monsterwälle eines Billy Corgan zu den großen Zeiten der Smashing Pumpkins zu Beginn der 90er erinnern.

Jar ist definitiv ein extrem gutes Album geworden, dass für manchen vielleicht ein wenig aus der Zeit gefallen klingen mag, aber trotzdem nicht altbacken oder schal ist. So muss Grunge 2014 klingen, nicht anders! Ich geh jetzt Gish hören. Oder doch lieber Siamese Dream???

Autor: Jöran Kuschel

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