Garrett Dale, Jonathan Knight, Dallas Tidwell, Ryan Donovan (Red City Radio) - 01.05.2014

Zum Abschluss des Uncle-M-Fest-Interview-Marathons noch ein Interview mit , also der gesamten Band. Mitsamt Ryan Donovan, der kurzfristig Pauls Stelle in der Band übernahm, aber trotzdem eine langfristige Lösung werden soll. Außerdem noch alles über das Verhältnis zu Perditon, die US-Szene und ein paar Worte zum Ultimate Warrior.

Jöran: Ok, lass uns natürlich erst einmal über den Wechsel bei euch sprechen. Paul, ist vor ungefähr einem Monat ausgestiegen. Kam das recht plötzlich für euch?

Garrett: Naja, er hat uns schon vor einer Weile darüber informiert. Er wollte sich mehr um sein Leben kümmern. Was uns von Paul unterscheidet, ist, dass er eine andere Einstellung zum Leben hat. Er hat seine Sachen zu Hause und wir wollen durch die Welt reisen und Rock'n'Roll spielen. Wir sind immer noch gute Freunde und alles ist okay. Wir haben jetzt unseren Freund Ryan hier...

Jöran: Hat es euch hart getroffen?

Dallas: Er hat uns im November nach der ersten Tour mit "Titles" informiert. Wir waren danach noch auf einer einmonatigen Tour und waren dabei diese Tour jetzt zu booken, wir hatten also ne Menge Zeit um uns vorzubereiten.

Jöran: Wie schlimm ist es Paul vom musikalischen her zu verlieren? Ich fand ihm immer recht wichtig.

Garrett: Naja, wir sind hier..

Jöran: Sollen wir das Thema besser sein lassen?

Garrett: Ja, ich denke, das wäre so okay.

Jöran: Ihr habt ja jetzt mit Ryan auch schon Ersatz gefunden. Wird das ein permanentes Ding sein oder nur für diese Tour?

Jojo: Ich hoffe, es ist auf Dauer.

Dallas: Ich auch.

Jojo: Ich meine, Ryan passt sehr gut zu uns.

Garrett: Ähm, Ryan, planst Du für immer in der Band zu spielen?

Ryan: Wenn ihr das wollt Jungs...

(Lachen).

Dallas: Wir kannten Ryan schon ein paar Jahren vom Touren her und von Nothington. Wir wussten also, dass wir mit seiner Persönlichkeit gut klar kommen. Und daher hoffe ich, es ist der Start eine beiderseitig vorteilhaften Beziehung.

Jöran: Und was bedeutet das für ? Du hast schon angedeutet, dass Du auch weiterhin bei bleiben wirst.

Ryan: Ja, das ist richtig.

Jöran: Ich habe gehört, dass ihr () fast fertig seid mit einem neuen Album?

Ryan: Wir sind mitten im kreativen Prozess, haben aber noch nichts festes auf dem Tisch für dieses Jahr. Wir schreiben noch. Bezüglich Touren und Reisen, denke ich, ein Grund warum diese Jungs hier mich gefragt haben, ist, dass es immer schwer ist in einer Band zu sein und sein Zuhause zu verlassen. Darum musst man, wenn man jemanden aus der Band ersetzen muss, jemanden wählen, der natürlich ein ähnliches Kaliber ist, der aber auch gewillt ist, sich fürs Touren zu opfern. Es ist nicht einfach solche Leute zu finden. Es ist ein Lifestyle, der nicht einfach zu erhalten ist.

Jöran: Wie ist das mit der regionalen Distanz? Ich meine, für mich ist immer ne Westküsten-Band gewesen.

Ryan: Das ist richtig, ich bin mir da auch noch nicht ganz im Klaren drüber. Ich denke, ich werde immer mal wieder nach Oklahoma fliegen, aber nicht umziehen. Ich bleibe in San Diego und besuche die Jungs immer für ein paar Wochen um ins Studio zu gehen. Wir haben das aber noch nicht ausdiskutiert. Im Moment bin ich im Tour-Mode. Vielleicht schreiben wir auch was während wir unterwegs sind.

Jojo: Ich denke, es ist wesentlich wichtiger, die richtige Person aufzunehmen, als jemanden, der einfach nur näher an uns dran wohnt.

Dallas: Ja, ich würde auch immer jemanden vorziehen, der definitiv passt und um alle Hindernisse herum arbeiten, als jemanden zu nehmen, mit dem es vielleicht einfacher wäre, der aber nicht so gut passt.

Jöran: Und ihr habt ja auch gerade erst ein Album draußen, ihr müsst also nicht sofort nachlegen. Oder plant ihr schon was?

Garrett: Wir haben angefangen zu schreiben und wollen wahrscheinlich nächstes Jahr ein neues Album raus bringen. Wir wollen so viel Musik wie möglich veröffentlichen; gute Musik natürlich.

Jöran: Wie immer, oder?

Garrett: Sobald wir nichts mehr zu sagen haben, werden wir die Schnauze halten.

Jöran: "Titles" ist hier jetzt ungefähr ein halbes Jahr draußen...

Garrett: Ja, seid Oktober.

Jöran: Wie waren eure Rückmeldungen? Von Freunden und Fans?

Dallas: Es wurde sehr, sehr gut aufgenommen. Sowohl hier, als auch in den Staaten. Wir sind sehr stolz auf das Album. Das ist jetzt unsere erste Tour hier drüben.

Jojo: Die Leute hier scheinen die Songs zu mögen, wenn wir sie spielen, sie singen mit und sie kennen die Texte.

Ryan: Als Fan der Band muss ich sagen, dass ich es liebe.

Jöran: Ich auch.

Garrett: Es ist wirklich sehr interessant zu beobachten, wie die Leute auf die neuen Songs abgehen und sich dann bei den alten ein Bier holen. (lacht)

Jöran: Also ich finde auch, dass "Titles" stärker ist als "The Dangers of Standing Still".

Garrett: Danke, das ist sehr nett.

Dallas: Danke. Ich denke aber, sowas sollte das Ziel jeder Band sein. Sobald man anfängt Platten raus zu bringen, die nicht so gut sind wie ihr Vorgänger, dann fängt man an immer wieder das gleiche zu veröffentlichen.

Garrett: Wir wollen definitiv kein Band sich ständig wiederholender Arschlöcher sein. Das darfst Du so zitieren.

Jöran: Werde ich... Hat "Titles" Türen für euch geöffnet? Die Tour ist so gut wie ausverkauft, ihr spielt ne Menge Headlining-Slots...

Garrett: Es ist was Besonderes.

Jojo: Wir waren zuletzt vor 2 Jahren hier, daher war es schwer abzuschätzen, wie es werden würde, noch dazu mit dem neuen Album.

Garrett: Sagen wir es so, die Türen öffnen sich.

Jöran: Wie denkt ihr über das Album?

Dallas: Mit gefällt es. Also, wir hören es alle nicht in Dauerschleife, aber mir gefällt es jetzt, nach dem langen Aufnahmeprozess, wesentlich besser. Am Ende war es dann besser, einen Schritt zurück zu treten. Ich bin aber sehr stolz auf das Album.

Garrett: Eine Menge unserer Songs sind recht persönlich, als nicht im Ich-Sinne, sondern mehr im Wir-Sinn. Und ich bin der Meinung, sobald das Album raus kommt, ist es nicht mehr unser Album, es ist jedermanns Album. Was ich immer versuche ist, sobald ein Album erscheint, auf ein neues hin zu arbeiten.

Jöran: Aber ihr habt trotzdem noch Spaß die Songs zu spielen?

Garrett: Ja, definitiv.

Jojo: Ja, und es sind sogar auf dieser Tour zwei Songs im Programm, die wir noch nie live gespielt haben.

Dallas: Es macht auch immer Spaß neues Material zu spielen.

Jöran: Was ich immer sehr gut bei euch fand ist, dass ihr alle singt. Wirst Du auch singen, Ryan?

Ryan: Ja, ich singe auch. Ich singe dann Pauls Parts.

Garrett: Ryans Stimme ist verdammt großartig. Daher hoffen wir, das auf dem neuen Album auch einbauen zu können. Das wird großartig. Ich bin sehr aufgeregt, dass ihr das alle hören könnt.

Jöran: Ihr tourt derzeit mit . Wie ist das? Ich habe die Jungs eben interviewt und die himmeln euch quasi an. Das sind richtige Fans von euch.

Garrett: Ich würde eher sagen, wir touren mit unseren Freunden.

Jojo: Ja, wir kennen uns schon lange. Sie leben in Texas auch nicht so weit entfernt von uns.

Dallas: Sie sind echt super nette Typen, sehr bescheiden, was es immer sehr leicht und angenehm macht mit ihnen auf Tour zu sein.

Ryan: Und sie sind eine gute Band.

Dallas: Natürlich.

Garrett: Sie wohnen ungefähr 3 Stunden südlich von uns und immer, wenn sie nach Oklahoma kommen wohnen sie bei mir und wir feiern zusammen. Wir kennen und seit Jahren und haben es endlich geschafft, zusammen auf Tour zu gehen.

Jöran: Was ich die Jungs eben auch gefragt habe ist, warum sich die US-Szene derzeit so aufsplittet. Es ist nicht mehr nur Kalifonien und die Ostküste, sondern ihr aus Oklahoma, aus Fort Worth, Bands aus Fort Collins, aus Wisconsin.

Dallas: Dircet Hit, auch ne Midwest-Band.

Jöran: Könnt ihr euch das erklären? Früher war es ja meist Kalifornien oder East Coast.

Garrett: Ich weiß nicht...

Ryan: Ich denke, es sind einfach Subkulturen der ganzen Punk-Community, die The Fest immer zusammen bringt. Von da fahren die Bands nach Hause und bringen Einflüsse mit nach Hause. Jede Szene hat natürlich ihre eigenen Einflüsse und Bands, die mehr lokales machen anstatt die gesamten USA.

Jojo: Ich meine aber, dass das schon immer da war. Das ganze East Coast / West Coast Ding ist ja auch mehr so 90er-Gangster-Rap. (Lachen)

Jöran: Okay, vielleicht haben wir das nur alles nicht nach Europa bekommen.

Dallas: Naja, vielleicht ist das eine zu große Antwort, aber wenn wir uns das große Ganze mal ansehen, denke ich, dass das Internet ne Menge damit zu tun hat. Früher waren diese beiden Gegenden die Orte, wo die Plattenfirmen waren und wo auch die Masse an Leuten war. Es macht also Sinn, dass alle sich darauf konzentriert haben. Mit dem Internet finden die Leute aber raus, dass es noch ne Menge gute Musik in anderen Städten gibt, die früher eben nicht so im Fokus standen, weil da nicht so viele Menschen lebten.

Jojo: Das stimmt schon. Aber es war früher auch nicht so wichtig für Bands wie zum Beispiel Alkaline Trio aus Chicago.

Jöran: Wie geht die Reise für weiter?

Garrett: Ins Universum!

Ryan: Zum Mond!

Garrett: Meinst Du das wörtlich?

Jojo: Ich meine, da unten steht ne Bühne für uns bereit...

Dallas: Oder als Band? Japan wäre cool, Australien wäre cool.

Ryan: Wenn Du also irgendwelche japanischen Promoter kennst..

Jöran: Nee, das werdet ihr mit Gunnar bequatschen müssen.

Dallas: Ich denke, das ist das, was wir machen werden, wenn wir die Möglichkeit haben.

Ryan: Wir würden die Welt halt kleiner und kleiner machen, während wir das hier tun. Neue Regionen und Orte erkunden.

Jöran: Seht ihr euch denn vor immer größer werdendem Publikum? Oder ist das hier so eure Größe?

Garrett: Wir planen das nicht so. Was passiert, passiert. Wir vollen Verbindungen zu den Menschen aufbauen; hoffentlich mit immer mehr Menschen.

Dallas: Ich denke, wenn wir ehrlich mit uns selbst und unserer Leidenschaft für Musik sind, werden immer mehr Menschen das sehen und sich auf uns einlassen.

Jöran: Letzte Frage an Garrett. Du bist ja großer Wrestling-Fan.

Garrett: (lacht) Woher weißt Du das denn?

Jöran: Das hast du mal Punknews.org erzählt.

Garrett: Oh, ja.

Jöran: Ein paar Worte über den Tod des Ultimate Warrior?

Garrett: Oh mein Gott, dass war schrecklich. Er ist in die Hall of Fame aufgenommen worden, dann war eine Wrestlemania und am nächsten Tag war er tot. Ich denke, das einzige, was man sagen kann, ist, dass der Ultimate Warrior für immer leben wird.

Dallas: Also ich würde sagen, dass er vielleicht besser im Ruhestand geblieben wäre. (Lachen)

Jojo: Oder, dass er vielleicht doch nicht so "endgültig" war.

Garrett: Doch, das war er!

Autor: Jöran Kuschel

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