Josh Mckenzie (Apologies, I Have None) - 30.04.2014

Auf dem Dach des legendären Skaters Palace in Münster trafen sich im Rahmen des Uncle M Fest 2014 Josh und Jöran zu einem kleinen Interview über den Line-Up-Wechsel im Hause , sowie die neue EP "Black Everything". Sänger Josh gab Einblicke in die Bedeutung des Wechsels für die Band und das, was in Zukunft passiert.

Jöran: Ihr hatte ja erst neulich einen Wechsel in der Band, Dan hat euch verlassen. Wie kam es dazu?

Josh: Oh, das ist eine interessante Frage. Ich glaube, er wollte einfach anfangen ein anderes Leben zu leben. Er ist Ende letzten Jahres Vater geworden und möchte jetzt ein wenig mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen.

Jöran: Also sind es mehr familiäre Gründe?

Josh: Ich glaube, da sind schon mehrere Gründe, aber es liegt natürlich auch daran.

Jöran: Was bedeutet der Wechsel für Euch als Band, aber auch für Dich persönlich?

Josh: Ähm, das ist eine sehr gute Frage. Als Band ist es eine sehr große Veränderung. Wir waren gerade dabei ein neues Album zu schreiben als Dan uns verließ. Dan und ich haben zwar immer unabhängig von einander geschrieben, aber auf einmal standen wir nur noch mit der Hälfte der Songs da. Das hat unsere Pläne natürlich völlig durcheinander gewirbelt. Wir hatten eigentlich nicht vor nur eine EP zu veröffentlichen, sondern wollten ein neues Album raus bringen.

Die "Black Everything"-EP kommt jetzt raus, weil wir ein paar Songs fertig hatten, die wir veröffentlichen wollten; wir hatten aber nicht genügend für ein Album, als Dan uns verließ.

Persönlich? Das ist noch schwieriger zu beantworten. Es ist eine riesige Veränderung. Ich habe fast 7 Jahre mit Dan Musik gemacht, das heute wird unsere 5 Show ohne ihn und ich fühle mich immer noch nicht so, als wüsste ich genau, was ich da mache.

Jöran: Werde ihr einen Ersatz aufnehmen?

Josh: Wir haben jemanden, der mit uns Gitarre spielt, Simon. Wir haben allerdings noch keine Songs mit ihm geschrieben, weil ich gar nicht weiß, wie unsere weiterere Planung aussieht. Ob wir mit jemand anderem Songs schreiben werden oder nicht, für die Show haben wir aber einen weiteren Gitarristen.

Jöran: Lass uns noch mal kurz über "Black Everything" sprechen. Bist Du zufrieden obwohl es nur ne EP ist?

Josh: Hm, natürlich bin ich bis zu einem gewissen Grad zufrieden. Persönlich bin ich selten mit dem was ich mache komplett zufrieden, wie wahrscheinlich die meisten Leute da draußen. Also ist die Zufriedenheit begrenzt, ich bin aber grundsätzlich der Meinung, dass es gut ist. Es war gut, ein paar Dinge anders zu machen als vorher auf "London".

Jöran: Ich finde, die EP ist wesentlich dunkler, unter anderem auch mit mehr Distortion. Ist das mit Absicht geschehen? Vielleicht aufgrund Deiner Einstellung beim Schreiben?

Josh: Ja, definitiv. Die Platte ist definitiv dunkler, aber auch das Album wäre in die Richtung gegangen. Es hatte natürlich mit meiner Stimmung zu tun, teilweise, wir wussten aber auch, als wir mit Dan geschrieben haben, dass es in diese Richtung gehen würde. Einige seiner Songs waren auch in diesem Vibe.

Jöran: Habt ihr seine Songs dann komplett weg gelassen?

Josh: Ja.

Jöran: Weil ihr es nicht gut gefunden hätten sie aufzunehmen?

Josh: Ja. Und auch er hätte das nicht gut gefunden. Wir werden auch keine Songs von "London" spielen, die Dan gesungen hat.

Jöran: Schade.

Josh: Es ist wirklich schade. Ich hatte immer viel Spaß die Songs zu spielen. Es sind sehr gute Songs dabei.

Jöran: Was sagst Du zum Design? Ich hörte es gab einen Fehler im Presswerk?

Josh: Ja, eine große Schande. Es ist ja eigentlich nur noch "Black Mostly". Aber naja, solche Dinge passieren. Wahrscheinlich dachte jemand im Presswerk, dass bestimmt niemand einen schwarzen Druck auch einer schwarzen Platte haben will. Hätte aber so sein sollen. Ich denke, dass die Platten trotzdem noch ordentlich aussehen.

Jöran: Du hast gesagt, dass Du Deine Songs komplett unabhängig von Dan schreibst. Es hat sich also nicht so viel geändert?

Josh: Du meinst im Songwriting? Nein, da hat sich nicht so viel geändert. Wir haben die Songs immer fertig zum Proben mitgebracht und dann daran gearbeitet bis wir einen fertigen Song hatten. Der Teil hat sich also nicht geändert. Es bedeutet aber, dass wir nur noch die Hälfte der Songs haben.

Jöran: Mehr Arbeit also für Dich?

Josh: Ich denke. Allerdings haben wir in letzter Zeit auch mehr als Band zusammen gemacht als vorher. Ich bringe die Songs also früher ein als zuvor. Bei "Black Everything" haben wir also mehr als Band gearbeitet als bei "London". Wir haben auch drastischere Veränderungen an den Songs vorgenommen, als ich das alleine gemacht hätte. Im Generellen hat sich aber nicht so viel geändert.

Jöran: Wird das Ganze dann auch weitere Releases verschieben? Also beispielsweise ein neues Album. Du hast jetzt ja wahrscheinlich kaum noch Songs auf Lager?

Josh: Ehrlich gesagt habe ich schon wieder knapp 9 Songs geschrieben; natürlich mit verschiedenen Fertigstellungsgraden. Ich hoffe also, dass es uns nicht zu lange aufhält. Ich würde gerne noch dieses Jahr ein Album aufnehmen, quasi so schnell wie möglich. Wir haben 9 Songs, die wir üben und finalisieren müssen, ein paar müssen noch geschrieben werden...

Jöran: Und was beeinflusst Dich beim Schreiben? London? Hackney? "London" war ja sehr um Hackney herum aufgebaut, also von den Texten her.

Josh: Ja, stimmt. Aber ich würde nicht sagen, dass die Gegend die Songs grundsätzlich beeinflusst hat. Die Referenzen sind eben da, weil Dan und ich da gelebt haben. Die Songs sind aber nicht über Hackney, die könnten überall spielen. Man benutzt die Namen und Orte, weil sie eben da sind. Man könnte sie aber auch mit anderen ersetzen. Was beeinflusst mich? Ich glaube das, was fast jeden anderen auch beeinflusst. Mein Leben. Wobei ich aber, glaube ich, dazu tendieren einen negativen Blick aufs Leben zu haben, was in den Songs raus kommt. Ich bin eben als Person recht pessimistisch und höre auch gern Musik in die Richtung.

Jöran: Okay, noch ein paar kurze Fragen. Wie unterscheidet sich das Touren in Großbritannien zu dem auf dem Kontinent?

Josh: Es ist recht unterschiedlich. Ich mag aber beides, aufgrund verschiedener Gründe. Deutschland ist zumeist sonniger. UK ist großartig, weil wir immer jede Menge Freunde an verschiedenen Orten treffen. Auf der anderen Seite haben wir letztes Jahr viel in Deutschland gespielt und das ist super, weil wir neue Orte sehen und neue Leute treffen. Es ist also beides super aus unterschiedlichen Gründen.

Da sind auch noch ne Menge Orte in Deutschland, wo wir noch nicht waren. Ich hoffe also, das wir noch lange die Chance haben werden rüber zu kommen.

Jöran: Ihr seid dieses Jahr auch zum zweiten Mal bei The Fest in Florida. Aufgeregt?

Josh: Ja, sehr. Wird bestimmt großartig. Wir spielen mindesten 2 Konzerte, hoffentlich mehr.

Autor: Jöran Kuschel

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