Moschen mit der Groovemachine Ektomorf

Ektomorf mit Debauchery und Drone bolzen im Turock

Konzertbericht: Ektomorf - Essen, Turock, 13.04.2009

Tag: Ostermontag 13.04.2009 Zeit: 18.30 Uhr Ort: zu Hause und Abfahrt Richtung Turock in Essen zum Ektomorf-Gig. Ankunft: 20.00 Uhr in Essen, dank an die Baustellen auf der A40, doch fast pünktlich. Nun ja, schlussendlich sind wir an den Eingangstüren des Turock angekommen und mussten erst einmal Mitglied im Raucherclub werden.

Ohne "Diesen" kein Einlass - ja warum eigentlich. Da ich ja zum Arbeiten (Interview mit Ektomorf, Photos, etc.) da war, hörte ich mich zunächst nach meinem Ansprechpartner dem Tourmanager Singh um. Die netten Jungs von der Turockcrew teilten mir aber dann mit, dass eben Dieser nicht da wäre (PS: er ist zu sehr später Stunde dann doch noch aufgetaucht). Also wurde ich an den "neuen" Tourmanager verwiesen, der netterweise alles weitere für mich in die Wege leitete (danke Björn). Somit war doch alles halbwegs glatt gegangen.

Denn als wir endlich in die Halle kamen, standen schon die aus Celle stammenden Thrasher Drone auf der Bühne und feilten noch an den letzten technischen Feinheiten der Instrumente. Wie es jedoch vor Drone zuging, kann ich leider nicht beantworten ("… die lieben Baustellen"). Nun gut sei es drum. Dafür legten Drone ein fettes Brett als Eröffnung des Ganzen hin und heizten den bis dato ca. 100 Leutz von Anfang bis Ende ordentlich mit thrashlastigem Geblaster ein. Ich muss sagen, obwohl ich persönlich Drone nicht kannte, hauten die Jungs mich mit ihrer an Machine Head oder auch Pantera erinnernden wuchtigen Art völlig aus den Socken. Ich werde demnächst mir mal das musikalische Gesamtwerk der Band reinziehen müssen, um mir ein Bild davon zu machen. Einfach Klasse. Mal sehen was sich da so zukunftstechnisch bei Drone tun wird. Hoffe doch, dass es so weiter geht.

Nachdem nun die Gäste (mittlerweile ca. 150 Leutz) vorgeglüht (was Bangen und Bier angeht) waren, machten sich die "blutüberströmten" Mannen um Sänger Thomas von Debauchery startklar, den Takt nochmals zu erhöhen und den Bangern mit richtigen Nackenschmerzen zu versorgen. Wie gesagt so getan. Debauchery bretterten wie eine Dampfwalze los. Einer nach dem anderen tonnenschwerer Wutklumpen wurde der Meute nur so um die Ohren gehauen bis den meisten Moshern spätestens schon nach dem dritten Song die Nackenmuskeln wehtun mussten. Die Kombination aus schnellem Drumming, Druck von Bass und Gitarren und den zum größten teils dunklen Growls machen Debauchery eher aus als althergebrachter Rock ´n´ Roll. Aber eben dies war gerade wirklich die Überraschung des Auftritts. Eine Art Hommage an die Helden der Jugend präsentierten die Jungs ein paar neue Rock´n Roll-lastige Stücke von ihrem neuen Album, die beim Publikum sehr gut aufgenommen wurden. Neben den kleinen Scherzen von Thomas ("Ihr versteht ja auch nicht was ich singe, also was soll´s" - bezogen aufs "Gegrunze"), war deren "Hit" "Blood for the Bloodgod", und der kurz darauffolgende Moshpit ein Highlight. Alles in Allem bis dahin zwei Topanheizer, die die Metaller richtig auf Temperatur brachten.

Als nun der Soundcheck für vorbereitet wurde, war ein bisl Zeit sich zu entspannen und meine Wenigkeit dackelte zum Merchstand. Und was musste ich da entdecken? Moritz (Drone) und Thomas (Debauchery) standen hinter dem Stand, gaben fleißig Autogramme, scherzten und quasselten ausgelassen mit ihren neuen und alten Fans. Ja das nenne ich Nähe zu den Fans halten. Leider sieht man das bei Clubkonzerten immer weniger, was eigentlich Schade ist. Wirklich Hut ab vor beiden Bands, die nicht nur ihre Arbeit verrichtet hatten sondern sich auch die Zeit nahmen, ihre Basis zu pflegen.

Nachdem die Anzahl auf ca. 200 Fans angestiegen war und man genügend Energie getankt hatte, war es endlich soweit der Groovemachine Ektomorf selbst zu huldigen. Es brach ein unglaubliches Geschrei aus, als die Jungs die Stage betraten und das Haus vollständig zum Grooven und Rocken bringen sollten. Wie gewohnt, präsentierten sich Ektomorf in bester körperlicher Verfassung. Jedoch eins schon mal vorweg. Ich möchte euch aber mehr über die energiegeladene Show, das "Abfackeln" der Bühne und dem engen Kontakt zu den Fans berichten, als dass ich jeden Song wie eine Gebetsliste runterrassle. Deshalb verzichte ich diesmal weitesgehend darauf. Nur soviel sei gesagt; natürlich haben Zoltan und der Rest der Band viele Songs ihrer neuen Scheibe "What doesn´t kill me" mit Songs älterer Platten kombiniert und somit wohl auch einen guten Mix für eingefleischte, sowie neu hinzu gewonnene Fans dargeboten.

Nun wie schon kurz angesprochen, groovten, bretterten, sprangen und bangten die Jungs "The House", wie es nur ging. Die Bühne wurde regelrecht in Brand gesetzt und ebenso die Fans davor. Zoltan Farkas merkte man den Spaß am Zusammenspielen mit seiner Band so richtig an. Was wohl mit Sicherheit an den vielen Veränderungen in seinem Leben rückblickend zusammenhängt. Mit dem neuen Basser (Murvai Szabolcs) und Schlagzeuger ist auch die neu gefundene Liebe (Zara) ein Zeichen für mehr Ausgeglichenheit, Ruhe und Zufriedenheit, das ins Bandleben gekommen ist und das scheint wirklich ausschlaggebend dafür zu sein, klasse Live-Gigs zu spielen.

Zoltan schien so relaxt und entspannt wie lang nicht mehr. Freudestrahlend mit einem Honigkuchengesicht, lächelte er fast nach jedem der Songs seine Freundin an. Ja der Mann ist halt verliebt und diese "Good Vibrations" übertrugen sich auch auf den ganzen Auftritt der Band. Faktum der positiven Art und Weise wie Ektomorf gerockt haben, war natürlich, dass die super Stimmung sich auch auf die Zuschauer entlud. Diese Letztgenannten wurden dann auch nicht nur durch die Songs sondern vor allem durch die gute Laune der Band völlig in Ekstase gebracht. Die Fusion zwischen Band und Fans war an diesem Abend bestens gelungen. Der wichtiger Grund für diesen tollen Abend war, dass man gemeinsam und miteinander die Shows aller drei Bands genossen hat.

Tolle Support Bands, ein guter Hauptact und klasse Fans, die das Ganze in sich als etwas Gutes aufnehmen, davon sollte es mehr geben. Selten hat mir ein Konzertabend soviel Spaß gemacht, wie an diesem Abend. An dieser Stelle nochmals ein "Danke schön" an alle Beteiligten des Abends. Ich für mich selbst sage euch allen Lesern auch ein Danke, dass ihr euch die Zeit für diesen Artikel genommen habt.

Euer stylish Ed.

Autor: Eddie Sharik

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