Sturm über Europa

5FDP supporten Avenged Sevenfold in Bochum

Konzertbericht: Five Finger Death Punch - Bochum, Ruhr Congress, 17.11.2013

Was mache ich hier - an einem Sonntagabend im Bochumer Ruhrkongress? Mir mit Zoltan Bathory, Ivan Moody und den den Arsch abrocken, ist doch klar. Auch wenn die Jungs "nur" den Support von Avenged Sevenfold geben, in diesem Jahr gehen mir die Fünf bestimmt nicht noch einmal durch die Lappen.

Nachdem Ed am Nachmittag noch ein Interview mit Basser Chris Kael und Schlagzeuger Jeremy Spencer machen durfte, hieß es erst mal bis halb 8 abhängen. Mit den Schweden Avatar ging der Konzertabend endlich los. Überraschend gut gefüllt für die Erste von drei Bands. Sänger Johannes Eckerström fiel durch seine Schockrocker-Maskerade ins Auge, aber auch seine Mannen sparten nicht mit ihrem Kajalstiften. Musikalisch irgendwo zwischen Melodic-Death, Industrial-Metal und groovigen Rock, Bunt gemischt aber mit ordentlich Dampf unter der Haube. Echt nicht schlecht, ein guter Opener. Nach dem Gig war bei den Schweden Fan-Nähe angesagt, die Jungs gaben fleißig Unterschriften und machten Fotos mit Fans am Merchstand.

Nun kam die Band, für die wir nach Bochum gefahren sind - . Als die Jungs die Bühne betraten, wussten wir, dass wir nicht die Einzigen waren, für die 5FDP der eigentliche Headliner an diesem Abend waren. Nachdem 5FDP die US-Charts in diesem Jahr mit dem Doppelschlag „The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell, Volume 1“ und „... Volume 2“ aufgemischt hatten, scheinen sie nun auch in Deutschland zu den populärsten Modern-Metal-Acts zu gehören. Überraschender Weise gehören die Songs des letzteren Album nicht zu den Stücken, die an diesem Abend zum Besten gegeben wurden. Das Publikum geht vom ersten Song an voll mit. 4 Kalifornier danken es ihnen mit reichlich Energie auf der Bühne, der 5te - Ivan Moody - kann leider seine Bühnen-Sau-Qualitäten wegen eines Knöchelproblems nur andeutungsweise zeigen. Das Publikum feiert die Fünf bei jeder Gelegenheit mit „Five Finger ... Death Punch“-Sprechchören. Bei den Klassikern wie „Bad Company“ und „Never Enough“ rastete das Publikum regelrecht aus. Aber, auch neuere Stücke wie „Lift Me Up“ und „Burn MF“ kamen super an. Nach gut einer Stunde war der Zauber aber dann leider wieder viel zu schnell vorbei. „The Bleeding“ rundete als Zugabe den geile Auftritt der Fünf ab. Anfang nächstes Jahr wollen 5FDP als Headliner wieder die deutschen Hallen rocken, da kündigen sich wirklich große Konzerte an und die Zeichen stehen auf volle Hütten, also wer hin will, sollte sich frühzeitig um Tickets bemühen.

Undankbare Aufgabe nach so einem Auftritt als Hauptband noch einen draufsetzten zu müssen. Avenged Sevenfold nahmen die Herausforderung an. Die Bühne wurde ordentlich aufgemotzt, ein Totenkopf mit Flügeln anstelle eines schnöden Backdrops und natürlich reichlich Pyrotechnik sollten dem Publikum deutlich machen, wer hier der Herr in der Ruhrlandhalle ist und den Headliner-Job hat. Okay, ich bleib ja noch. Ne, ohne scheiß, wollte ja auch gar nicht gehen. Fronter Shadows ging grandios ab, und moschte seine Iro-Matte was das Zeug hellt. Bei „Doing Time“ forderte Shadow dann den obligatorischen Circle Pit, der dann auch prompt das Bochumer-Publikum durchwirbelte. Im Großen und Ganzen ein klasse Auftritt der Jungs, aber irgendwie hatte ich noch die Nachwehen von 5FDP in Ohr und Blut. Auch die Solis im zweiten Teil sollten mich nicht mehr aus dem 5FDP-Blues herausholen.

Ein gelungener Sonntagabend!

Autor: Frank Reins

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