Die 3 Pistoleros aus Australien

Tracer rocken das Kölner Luxor

Konzertbericht: Tracer - Köln, Luxor, 06.06.2013

Nachdem ich die letzten Konzerte der Australier verpasst hatte und sie Live nur aus dem Netz kenne, war ich höchst gespannt auf den Auftritt der Jungs. Die letzte CD - El Pistolero - ist seit knapp einem Monat der Dauerläufer bei mir im Auto. Das schafft natürlich ganz hoher Erwartungen, mal schauen ob diese erfüllen konnten?

Zunächst aber das übliche Köln-Ärgernis: Anfahrt, Einbahnstraßen, ewige Parkplatzsuche und der Fußmarsch zum Luxor. Da hat man schon die richtige Laune für ein schönes Konzert, nicht die besten Voraussetzungen für mich und die Musikinstinkt-Kollegen Ed und Martin zu begeistern.

Es brauchte dann auch eine Weile, bis die Aussie-Rocker meine Laune erhellte. Und ich muss fairer Weise sagen, dass die Band bei den anderen Besuchern leichteres Spiel hatte und mächtig gut ankam.

Ich hatte irgendwie Probleme mit der Songauswahl der Jungs. Während das Album „El Pistolero“ von vorne bis hinten wie aus einem Guss erscheint, wurde im Luxor nur gut die Hälfte der Songs gezockt. Der Rest kam von den ersten beiden Scheiben der Australier. Hinzu kamen die häufigen Gitarren-Soli-Spielereien von Sänger und Gitarrist Michael Brown, die mir irgendwie immer wieder den Drive aus dem Gig nahmen.

In der zweiten Hälfte des Gigs besserte sich dann zum Glück meine Laune und der Groove der Band steckte mich dann doch an. Also genug gejammert, denn das Gejammer war aufgrund der Erwartungen eh auf einem ziemlich hohen Niveau. Für eine Dreier-Kombo haben Tracer eine irre Präsenz auf der Bühne. Michael sucht immer wieder den Kontakt zu seinen Fans, und diese danken es ihm mit einigem Schreien und Jubeln.

Die schnelleren Stücke rocken und grooven mächtig. Micheal gibt an der Gitarre und vor allem am Mikro alles. Die unglaubliche Stimme kommt live nah an die Vielfalt ran, die auf den CDs zu hören ist. Von melodiös bis rotzig, von dreckig bis clean. Auch Neu-Bassist Jett und Drummer Andre groovten ungemein und bearbeiteten ihre Instrumente, dass es nach Schwerarbeit aussah.

Wenn man die Tracer-CDs so hört und die Jungs noch nie gesehen hatte, hat man so das Bild von einer Truppe bärtiger, böse drein schauender, Whiskey trinkender und leicht untersetzter Mitvierziger. Weit gefehlt, auf Ü30-Parties dürfen die Australier noch nicht und wenn Sänger Michael sein Shirt auszieht, gefällt das den Mädels.

Eigentlich ein geiles Konzert, dass das Publikum vollkommen überzeugte. Schade dass einige Hammer-Songs des letzten Albums nicht gespielt wurden. Aber, wenn die Jungs, wie versprochen, im Herbst wiederkommen, bin ich auf jeden Fall wieder dabei und diesmal mit Interview!

P.S. Sorry für die Fotos, aber: „bad light - bad fotos“!

Autor: Frank Reins

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