Stoner-Mekka im Siegerland mit Top-Lineup

2. Runde fürs Freak Valley Festival

Festivalbericht: Freak Valley Festival - Netphen, 30.05.-02.06.2013

- wo, wer, wann ?! Der Name hat sich herumgesprochen, denn der Veranstalter konnte einige Wochen vorher schon mal der Fangemeinde mitteilen: „SOLD OUT!“ Das Festival, was von Fans/für Fans organisiert wird, kann sich so was von sehen lassen. Allein die liebevolle Aufmachung und die fette Soundanlage lassen schon im Vorfeld einiges versprechen.

Eingeladen wurde für drei volle Tage hochkarätige Bands nach Netphen/Deuz bei Siegen. Einige weniger bekannte und einige bekanntere Musiker gingen dort auf die Bühne um alles, aber auch wirklich alles, zu geben.

Startschuss machten am Donnerstag die Band Bushfire, die dann auch gleich das Feld zum brennen brachte. Eine druckvoller Sound der sich langsam durch die Magenwände bohrte, sorgte für Hochstimmung in den ersten Reihen. Bushfire setzten ihren schleppenden, tragenden, druckvollen und brachialen Sound gekonnt der anwesenden Menge entgegen. „Meine Güte was für ein Beginn eines Festivals“, dachte ich mir. Nach diversen Showeinlagen des Sängers Bill Brown waren dann auch die letzten Reihen hellwach. Bushfires Merchandise-Stand hat dann auch innerhalb von drei Tagen mal eben alle Vinyl´s und CD´s an die Frau und an den Mann gebracht. Auch hier war dann am Samstag Sold Out angesagt !

Gut dass dieses Festival nur eine Bühne hat, so kann man mal kurz verschnaufen und die Umbaupause für ein Bier nutzen. Weiter ging es dann mit Katla aus Schweden. Eine junge Combo, die ihre Instrumente gut beherrschten, und eine Frontfrau die ihre spezielle Note ihrer Musik auf´s Auge drückte – klasse. Psychodelische Einflüsse treffen auf Stonerrock und vermischten sich zu einem idealen groovigen Mix für diesen Tag, so dass die Sonne passend zum Vorschein kam.

Danach enterten Astroid die Bühne, die rockiger zur Sache gingen und von einer männlichen Stimme begleitet wurden. Sehr guter Sound der einem hier und da schon mal gut zum rocken brachte. Das war mal eine gute Vorbereitung auf den heutigen Headliner aus Münster.

Münster? Ja, da sind sie endlich auf einem tollen Festival zu Gast, Long Distance Calling lassen bitten. Die Band reiste mit neuen Songs im Gepäck an. Diesmal wurde ein Sänger, zum aktuellen Album, fest integriert. Wer hier aus dem Umkreis angereist kam, für dem ist Long Distance Calling kein ungeschriebenes Blatt mehr. Frickelige Gitarrenparts verschmelzen mit eingängigen Grooveattacken die einem kurze Zeit später in tiefer Trance versetzen und welche Band kann das so perfekt umsetzen wie Long Distance Calling. Der Tag endete bereits jetzt schon viel zu früh aber die Zeitspanne bis zum anderen Tag war nur von kurzer Dauer, denn um 13 Uhr sollte es für die Fangemeinde weiter gehen. Für mich allerdings erst wieder am Samstag, da ich unbedingt Freitag-Abend mit einer 1 ½ Stunden Show in Münster sehen wollte.

Tag 3 – Samstag auf dem Freak Valley !

Open Doors 12 Uhr war für heute angesagt und um Punkt 13 Uhr ging es dann mit Radar Men From The Moon mit Vollbeschallung los. Instrumentaler Rock aus der Niederlande wurde hier großgeschrieben. Ein weiterer guter Opener für den Abschlusstag. Wolverine Blues aus der Ukraine nahmen dann das Zepter für 40 Minuten in die Hand. Zwar kam der Gesang nicht ganz so gut rüber wie erhofft, aber dennoch konnte die Band am heutigen Tag musikalische Akzente setzen.

Abrahma aus Frankreich überzeugte schon ein wenig mehr und brachten das noch müde Publikum ein wenig in Wallung. Bevor es dann mit den Spaniern Pyramidal was auf die Ohren gab.

Tja, und wenn wir hier schon europäisch unterwegs sind, dann brauchen sich die Griechen hier keines Falls zu verstecken. Im Gegenteil, denn Nightstalker verstanden es die Leuten vor der Bühne mitzureißen. Die erste Interaktion mit dem Publikum wurde dann auch dankbar angenommen. Spätestens jetzt wurde der Festival-Platz voll und es kamen auch die Headbanger an diesem Tag auf ihre Kosten. Wau, dass diese Band so früh spielt hat mich echt gewundert, denn ca. 45 Minuten ist für diese Band einfach zu wenig. Nightstalker haben in ihrer Schaffenszeit bereits zwei EP´s und vier Alben veröffentlicht, die keinerlei Schwächen aufweisen. Das aktuelle Album „Dead Rock Commandos“ ist echt der Burner geworden. In ihrem Heimatland räumt die Band bereits jetzt schon ab.

Da hatten es Stoned Jesus aus der Ukraine und Ape Machine aus den USA im Anschluss schwer dran zukommen. The Machine aus den Niederlande konnte dann wieder eine „Schüppe“ drauf legen und überzeugten zu jeder Zeit mit ihrem Auftritt auf dem Freak Valley.

So Jungs und Mädels, jetzt aus dem komatösen Rausch aufgewacht! lassen zum Abrocken bitten und das mit einer vollen Breitseite ins Gebein. Die Briten sind mit Beginn an auf absoluter Höhe ihres Könnens und locken ein ums andere mal die Zuschauer aus ihrer Reserve. Orange Goblin legten an diesem Abend ein Best-Of-Set hin, dass so schnell keiner von den Anwesend vergessen wird. Mit Causa Sui wurden dann die drei wundervollen Tage beendet und Hey - „liebe Freunde“ auf ein Neues !

Autor: Martin Stöckeklopper

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