32 Jahre Bandgeschichte in Dortmund

New Model Army spielten im ausverkauften FZW

Konzertbericht: New Model Army - Dortmund, FZW, 26.04.2013

Irgendwie war es ungewöhnlich; ja, es waren die gleichen Leute da wie immer und es war wie immer wie ein großes Klassentreffen, aber: draußen war es hell.. ;-). im FZW in Dortmund, ausverkauft. Start des Konzerts dann gegen 20:15 h mit einer Dortmunder Band, Travels & Trunks.

Haben mir richtig gut gefallen, ein bisschen was von Dave Hause, ein bisschen was von Gaslight Anthem und ganz viel eigenes - denn eigentlich wollen sie natürlich nicht in Schubladen gesteckt werden. Die vier Jungs, Steffen, Julian, Nicolas und Julius (ich hoffe, ich hab den Facebook-Eintrag richtig gedeutet), spielten bis 20:45 h, 8 Songs, davon mindestens die beiden, die auch auf der Demo-CD sind, die sie im Juni aufgenommen und hier verkauft haben und die sich auch auf ihrer Internetseite finden, nämlich We stay afloat und Last one of a kind. Vor dem dritten Lied erzählte der Sänger, dass er dem FZW für die Chance dankt, hier auftreten zu dürfen und natürlich Army, die sich extra eine lokale Vorband gewünscht haben. Er erzählte, dass es viele andere gute Dortmunder Bands gibt, die dringend eine Chance brauchen, u.a. widme er dieses Lied seinem Kumpel Frederik Kopmann, der nicht da sein konnte, weil er zeitgleich in Essen einen Auftritt hatte. Also, Reklame hiermit weiter gegeben.

Zwischenruf aus dem Publikum: "Sei nicht so nervös!" Antwort: "geht schon." ;-). Sie waren ein bisschen nervös, aber die Songs waren trotzdem echt gut. Besagtes Lied drei sang sogar irgendwas mit radio, was mich erst auf die Idee der Parallel mit Gaslight Anthem gebracht hat. Lied vier war irgendwas mit "come take my hand" und "set my soul on fire". Lied Nr. 5 war langsamer, mit akustischer Gitarre und bat um Diskretion: "don't you tell all the girls", hat mir wirklich gut gefallen. Nr. 6 bat um Zeit: "just takes some time", Nr. 7, "Queen of dust and..." hat mir im Vergleich nicht ganz so gut gefallen und Nr. 8 war dann eines der besagten Songs vom Demo-Album: Very last one of a kind, war ein klasse Abschluss. Leider keine Zugabe, Applaus haben sie aber dennoch bekommen. Ich hoffe, dass sich ein neuer Gitarrist und ein neuer Drummer finden werden (denn zwei der Jungs verlassen scheinbar die Band) und sie ihre Karriere fortsetzen können. Wäre schade, wenn nicht! Die Setlist wird natürlich sehr gerne entgegen genommen!

Justin, Michael, Dean, Marshall und Ceri starteten um 21:15 h mit einem Intro und einem neuen Song. Die Setlist, die Balduin netterweise gepostet hat, sagt, dass es Horsemen heißt, gemerkt hab ich mir "on the far horizon", viele Trommeln und ein nicht zu verachtender Männerchor. Hat mir spontan gefallen, mich ein bisschen an red earth erinnert, das wir später noch zu hören bekommen haben. Die Setlist zu Beginn eher... ungewöhnlich mit eher neueren oder doch mindestens seltener gesungenen Stücken: Rumour and Rapture, gefolgt von March in September, vermutlich ebenfalls eines der Stücke des neuen Albums, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Geplant eigentlich schon für letzten Herbst, ist es jetzt immerhin abgemischt und hoffentlich bald startklar für den Verkauf. Der Brand im Studio und der Diebstahl ihrer Instrumente hat das Ganze ein wenig zurück geworfen. Die Hoffnung, dass sie die Platte bereits jetzt dabei haben würden, hat sich leider nicht erfüllt. Ich hoffe wirklich, dass wir nicht bis Weihnachten darauf warten müssen!

Weiter mit Space, Red earth und States Radio, letzteres wurde erstaunlich laut bejubelt, das Publikum war aber auch sehr gemischt, d.h. es kann durchaus sein, dass für viele im Publikum die Today is a good day die erste NMA-Platte überhaupt ist. Justin (der übrigens beim Friseur war und die Haare zwar immer noch lang, aber nicht mehr so zottelig trägt - sorry, Mädchenalarm ;-) ) kommentierte dann den Tod von Ms Thatcher: "für die jüngeren unter euch, die den Film mit Merryl Streep gesehen haben: bullshit, so war es definitiv nicht". Ihr Tod - an Justins Geburtstag, wie er erzählte ("manchmal gehen Wünsche in Erfüllung") - habe die eine oder andere Erinnerung wieder hochgebracht und damit auch die Songs, die sie damals geschrieben haben. Es folgte - sehr bejubelt, diesmal vermutlich von der älteren Hälfte des Publikums - Spirit of the Falklands, wie auch schon letzten Dezember in Köln. Sehr intensiv.

Danach, wenn man schonmal beim Thema ist, Today is a good day und See you in hell. Im Anschluss eines, das ich live viel großartiger finde als auf der CD: Ocean Rising, einfach genial. Danach ein weiteres Lied aus der Thatcher-Ära: 1984 und im Anschluss White Coats. Justin fragte danach, ob wir etwa was Bekanntes zum Mitsingen haben wollte, was natürlich bejaht wurde. Also starteten sie mit Purity, hörten mit dem Singen nach der zweiten Zeile auf, in der Erwartung, dass das Publikum weiter singen würde. Fans der Impurity waren aber scheinbar wenige vertreten, wurde daher mal so gar nix. Justins Kommentar dazu war nur, dass Songs, die nach Meinung der Band bekannt seien, wohl nicht gleichbedeutend seien mit dem, was das Publikum so kennt. Naja, es wurde neu gestartet, diesmal haben sie komplett gesungen, der Chor beim Chorus war dann aber trotzdem eindrucksvoll - vielleicht waren wir auch alle einfach nur überrascht, dass wir ausgerechnet bei diesem Song allein weiter singen sollten ;-). Danach noch Mambo Queen, High und 225 und danach war das Hauptset um 22:30 h schon vorbei.

Weiter ging es mit den Zugaben, Ceri an einer Bongotrommel, Justin mit akustischer Gitarre: Seven times right, was Neues, sehr nett (die Setlist sagt, es heißt einfach Seven Times). Bin wirklich gespannt auf die neue CD, die gem. NMA ja doch irgendwie anders ist als das, was sie zuletzt so gemacht haben. Danach natürlich Get me out mit wildem Getanze in der Mitte vor der Bühne und danach das andächtige Green and Grey - hier wäre alleine Singen kein Problem gewesen - haben sie sich aber nach dem ersten Reinfall woh nicht mehr getraut. Dieses Lied ist einfach der Hammer! Um 22:50 h versuchte der Veranstalter dann, das Licht anzuschalten und die Musik aufzudrehen, aber wir haben einfach weiter geklatscht und Zugabe gerufen, so dass relativ schnell die Herren wieder auf der Bühne waren und es mit einem zweiten Zugabenset weiterging: Stupid Questions und Wonderful way to go! 23:05 h. Nächster Versuch: Drumsticks ins Publikum werfen, Licht anmachen, Musik aufdrehen. Nicht mit uns. Wieder Geklatsche und Gejohle, 5 Minuten lang - und siehe da! Sie kamen nochmal wieder. Justin meinte, es gäbe drei Möglichkeiten für unsere Hartnäckigkeit: wir seien höflich, sie seien so gut oder wir wollten noch einen Hit... dieser song wäre von der neuen Platte, sie wäre etwas anders, in jedem Fall sei dies der zweite Titel... alles wartete gespannt auf... I love the world.. Naja. Danach, um 23:15 h war aber wirklich Schluss und sie haben alles in allem 2 h gespielt, genial!

Die Karte für Weihnachten hängt schon am Kühlschrank, vielleicht ergibt sich zwischendrin ja nochmal was, ansonsten sehen wir uns bestimmt wieder in Köln.

Autor: Anja Tewes

Konzert-Tip der Redaktion: