Was war das denn?

Einer der heftigsten Konzertabende, die ich in letzter Zeit erleben durfte

Konzertbericht: Baroness - Dortmund, FZW, 05.07.2010

Was war das denn? Alter, das war einer der heftigsten Konzertabende, die ich in letzter Zeit erleben durfte! Ich war schon lange nicht mehr so beeindruckt. Schon der Support Blackwaves (Blckwvs) war nicht schlecht, aber , die haben mich fix und fertig gemacht. Aber zunächst zu Blackwaves, richtig schöner instrumentaler Prog-Rock.

Als Support Top, da sie super zu Baroness gepasst haben. Die 4 Jungs mache zwar keine große Show, scheinen aber dafür ihre Instrumente und vor allem ihre Fußpedalanlagen richtig gut zu beherrschen. Da wurde mal ein Klangteppich mittels Delays aufgebaut und es gab auch mal Akkordfolgen auf'm Bass. Super Einstimmung!

Als dann Baroness die kleine Club-Bühne des FZWs nach einem kurzen Intro betraten, hatten sich die Räumlichkeiten bereits richtig gut gefüllt (für einen Montagabend beträchtlich). Und die 4 Jungs aus Georgia im Süden der USA legten sofort furios los. Was da an diesem Abend auf das Dortmunder Publikum zu kam, ist echt nur schwer in Worte zu fassen. Wenn ein Gig die typischen und häufig inflationär genutzten journalistischen Kraftausdrücke wie "Klanggewitter", "Gitarrenbrett" und "voll in die Fresse" wirklich verdient, dann ist es dieser Baroness-Gig!

Die Band schafft es aus ihrem Auftritt eine Art Gesamt-Kunstwerk zu schaffen, die Songs werden fast pausenfrei durchgespielt, ein Song reiht sich ohne jegliche Ansage harmonisch an den Nächsten. Die Zeit geht wie im Flug vorbei, man fühlt sich wie in Trance, stetiges Mitwippen und Schwingen tun ihr übriges. Ab und an wird man, durch John Baizleys energiegeladenen Stimme aus den Gedanken gerissen und man erinnert sich wo man ist.

Insgesamt lebt die Band natürlich durch ihren charismatischen und authentisch wirkenden Frontmann. Die seltenen Gesangparts, bei dem John meist mit weit aufgerissenem Mund seine Texte ins Mikro schreit, geben den Songs immer wieder einen zusätzlichen Schub, quasi einen Testosteron-Nachbrenner. Aber der Rest der Band steht ihm wirklich in nichts nach, auch die zweite Gitarre und Basser Summer Welch zeichnen sich durch hoch energetische Spiellaune aus. Immer wieder sorgen Tempowechsel und Beschleunigungen dafür, dass das Konzert an keiner Stelle träge wird oder Hänger hat. Baroness setzen einfach auch live alles um, was das Publikum schon von den vorher erworbenen Tonträgern her kennt. Und Ehrlich - live sind die Jungs nochmals 'ne Schippe besser!

Musikalisch wurde natürlich vor allem Baroness letztjähriges Album das "Blue Album" gefeatured, aber auch ihr erstes "Red Album" kam nicht zu kurz. Eine Setlist bekomme ich leider nicht mehr zustande. Nach gefühlten 30 Minuten (es war weit über eine Stunde) gingen die Vier leider schon von der Bühne, aber wirklich nur kurz. Eine Zugabe gab's noch, aber zuvor wurde sich noch ordentlich beim Publikum bedankt. Die kleine "Dankesrede" wirkte unheimlich ehrlich und ich glaube, jeder an diesem Montagabend hätte gerne den Dank an John und seinen Bandkollegen für diese grandiose Vorstellung zurück gegeben.

Die Band zeigte Kondition und verließ nach einer Zugabe vollkommen erschöpft und durchgeschwitzt die Bühne. Als alles vorbei war, war ich wirklich noch für kurze Zeit sprachlos, irgendwie musste ich mich erst mal sammeln, bis mir bewusst wurde, dass dies vielleicht mein persönliches "Konzert-Highlight des Jahres" war. Da hat sich das Stehen in der FZW-Sauner ja gelohnt.

Autor: Frank Reins

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