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Info
Monkeeman - Life in a backseat
- 10.08.08
Monkeeman? Nie gehört? Das ist wirklich schade, denn mit Album Nummer 3 zeigen Ralf Lübke und Band, dass britisch angehauchter Rock gar nicht mal so tot ist, wie man erwarten könnte. Die ganze Scheibe klingt nach good old Britain at its best!
Aber erst mal langsam. Die insgesamt 11 Songs, die es auf die Platte geschafft haben, sind bewusst nicht übermäßig geschliffen produziert. Man wollte sich lösen von perfekter Produktion und glatten Arrangements, wieder hin zu einer gewissen Rotzigkeit. Trotzdem haben Melodien und Harmonien nicht darunter gelitten. Ein Konzept, welches der Scheibe ihren eigenen Charme gibt, der für eine sehr gute Hörbarkeit sorgt.
Mit "In it for the money" hat das Album sofort gewonnen. Wunderbar mitsingbar, immer wieder durchzogen von hervorragenden Breaks. Sehr schöner Starter. Weiter geht's mit "Lonely guy", das sich gelungen anreiht.
Oft melancholisch und fatalistisch
Danach folgt mit "Socialism" eine Absage an alle Sozialromantiker. Wo ist die Working Class??? Ein langsam startender Song, der im Folgenden doch ein wenig rockiger wird und sich so von seinen beiden Vorgängern abgrenzt. Insgesamt geben die drei ersten Stücke jedoch die Schlagzahl des Albums vor. Mal rockig, mal langsamer, immer aber melancholisch bis fatalistisch in den Texten. So verlaufen auch die weiteren Stücke des Albums.
Zwar sind nicht alle Tracks meine absoluten Favoriten des Sommers, alle bleiben aber hörbar und erzeugen das Bedürfnis mitzusingen, oder auch nur zu pfeifen. Und das reicht ja oft schon aus. Muss ja nicht alles der Mega-Hammer sein.
Allerdings sollt man nicht den Fehler begehen und die Platte mittendrin aus machen, denn die eigentlichen Highlights findet man am Schluss. "Holes in the snow" ist ein absolut pompöses Werk, einfach genial zum Mitsingen und durch die Pompösität eine perfekte Live-Hymne, auch hier immer wieder durchzogen von schönen Breaks. Ganz besonders dann mit "City Lights" der letzte Track. Von den ersten Klängen an, fühlt man sich zurückversetzt in eine Zeit, in der Brit-Pop noch cool und Oasis eine der besten Bands überhaupt waren. Und ja, damals haben die wirklich mal gute Sachen geschrieben. Möchte Noel nicht mal wieder sowas schreiben wie Ralf Lübke hier mit "City Lights" hinlegt? Einfach nur Gänsehautgefühl!
Insgesamt also ein gelungenes Album, das ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann. Ich freu mich auf die Konzerte hierin Dortmund...

