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Info
Andrew Vladeck - The Wheel
- 29.12.09
Jetzt sitz ich hier kurz vorm Ende dieses Jahrzehnts und bekomme schon die ersten Scheiben, die erst im neuen erscheinen werden. Bevor ich mich aber mit diesen befasse möchte ich noch kurz eine Platte wärmstens ans Herz legen, die schon ein bisschen länger draußen ist. Andrew Vladeck's "The Wheel" ist ein hervorragendes Stück Singer/Songwriter-Folk, welches eingentlich in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen sollte.
"The Wheel" lässt eigentlich nur einen legitimen Vergleich zu, auch wenn dieser zunächst vermessen wirken mag. Und dieser ist und bleibt Bob Dylan; und das zu seinen besten Zeiten. Das Album klingt so verdammt nach dem großen Meister, dass es zeitweise auch aus seiner Feder stammen könnte. Ich hoffe, dass ich damit dem Künstler nicht Unrecht tue.
Manifestieren tut sich dieser Vergleich in einem Song, den ich hier ganz besonders hervorheben möchte: "The Magnet". Ein unglaublich dichter und intensiver Song, der sich sofort in mein Gehirn gebrannt hat. Ein Song, den man sofort mitsingen möchte - und auch kann. Ein wirkliches Meisterstück des Genres, der bei mir ein Gefühl auslöste, das ich das letzte Mal bei einem solchen Song hatte, als ich das erste Mal "Times they are a-changing" hörte. Und dieser Vergleich ist wirklich nicht gelogen.
Ab und an blitzen in Vladecks Stücken jedoch auch noch weitere Einflüsse auf. Mal schaut John Lennon um die Ecke ("I want you near"), ein anderes Mal fühlt man ein nette kleine Erinnerung an Simon and Garfunkel.
Musikalisch bewegt Vladeck sich eigentlich nur im klassischen Singer/Songwriter-Folk a la Dylan, der ja schon erwähnt wurde. Allerdings tut er das so, dass es wirklich extrem spannend bleibt. Die Songs sind allesamt grandios insturmentiert und akzentuiert; mal mit Banjo, mal mit Gitarre vorgetragen. Niemals kommt auf "The Wheel" Langeweile auf, zu intensiv sind die Songs.
Ein weiteres Higlight des Album ist für mich auf jeden Fall "Picking Appels in Orange County". Ein grandios leichter Track in bester Dylan-Manier. Doch auch Stücke wie "Hold me back", das extrem tighte "You can't kill time" oder das vom Mundharmonika-Intro getragene "The Songs you inspire" sind hervorragende Stücke. Gleiches gilt für das wunderschöne "These Streets". Damn, eigentlich könnte ich hier wirklich jedes Stück hinschreiben, denn es gibt keinen Aussetzer. Nur fehlen mir die weiteren Superlative.
Mit "The Wheel" ist Vladeck ein wirklich beeindruckendes Album gelungen. Hervorragender Singer/Songwriter-Folk verpackt in 13 absolut stimmige Stücke. Ich freu mich jetzt schon riesig auf die hoffentlich bald kommende Tour durch Deutschland und weiteres Material von einem wirklich großartigen Künstler.

